Der Schwerpunkt sowohl der Bautätigkeit wie auch der Lehre und Forschung von Michael Alder lag ganz auf der Entwicklung von "wohnbaren", menschengerechten Wohn- und Siedlungsbauten. Anhand von typologisierten Grundrissen werden Werk und Philosophie Alders vorgestellt. Alders Begriff der Einfachheit beruht nicht auf ästhetischer Herabsetzung, sondern auf der Klärung komplexer Zusammenhänge. Seine Wohnkonzepte sind nie ausschliesslich einmalige Lösungen für eine spezielle Situation, sondern stets auch prototypisch und haben Modellcharakter für andere Situationen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.07.2006
Ziemlich durchwachsen findet Rezensent Lutz Windhöfel diesen von Ulrike Zophoniasson-Baierl herausgegebenen Band über den Architekten Michael Alder (1940-2000), der für seine ästhetischen, funktionalen und menschenfreundlichen Häuser bekannt ist. Die einzelnen Beiträge über Adlers Werk, seine Haus-Typologien, seine Tätigkeit als Dozent und Architekturfotograf erscheinen Windhöfel recht heterogen und qualitativ nicht immer überzeugend. Tatsächlich bescheinigt er nur dem Architekten und Publizisten Walter Zschokke sowie der Architekturhistorikerin Dorothee Huber dem ästhetischen und intellektuellen Niveau Adlers gerecht zu werden. Lobend hebt er hervor, dass der Band Pläne und Sachfotografien der wichtigen Werke des Architekten sowie eine Auswahl seiner eigenen Architekturaufnahmen bietet. Darum gehört der Band nach Ansicht des Rezensenten trotz seiner Mängel in "jede gute Architekturbibliothek".
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