Ulrike Almut Sandig

Flamingos

Geschichten
Cover: Flamingos
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2010
ISBN 9783895611858
Gebunden, 171 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Flamingos stehen in Gruppen, aber jeder Einzelne ist allein. Sie halten Abstand. Sie sind wachsam. Wir finden sie hässlich. Wir finden sie schön. Sie sehen aus, als würden sie brennen, aber das ist nicht wahr. Sie sehen aus, als wären sie nicht kaputt zu machen, aber auch das ist nicht wahr. Sie erwecken den Anschein, als wären sie gar nicht da. Sie sind aber da. Sie stehen mitten unter uns, und sie sind schwer. Doch auf der Oberfläche der seichten Gewässer laufen sie uns davon. Und dann fliegen sie auf.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.08.2010

Mit diesen Erzählungen der als Lyrikerin bekannten Ulrike Almut Sandig lernt die Rezensentin Sibylle Cramer, das Verhältnis von Anschauung und Reflexion neu auszuloten. Jede Erzählung im Band scheint für Cramer diesbezüglich ein neues Mischungsverhältnis bereitzuhalten. Das so präsentierte Angebot der Erforschung realistischen Erzählens nimmt die Rezensentin gerne an und wechselt dabei nach Lust und Laune zwischen der einfachen, sich an der Lebendigkeit der Texte freuenden, und der doppelten, Erzähltheorie wälzenden Lektüre. Gelegentliche Ausflüge der Autorin ins Fantastische nimmt Cramer in Kauf.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.04.2010

Angetan zeigt sich Rezensent Christoph Schröder von Ulrike Almut Sandigs Erzählungsband "Flamingos". Die Geschichten der Autorin, Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig, unterscheiden sich für ihn wohltuend von den kalt-realistisch-abgebrühten Erzeugnissen junger Debütantinnen dieses Institituts. Die Texte zeichnen sich in seinen Augen durch ihre Märchenebene, ihren Anspielungsreichtum, ihren doppelten Boden, die Sorgfalt im Aufbau und die gekonnte Vermischung von Surrealem und Möglichem aus. Lobend hebt er insbesondere die Erzählungen "Mutabor", "Über mich" und "Hush little Baby" hervor. Für Schröder ist dieser Band ein schöner Beweis dafür, dass das Deutsche Literaturinstitut Leipzig doch nicht nur Einheitsware hervorbringt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.03.2010

Von Haus aus Lyrikerin hat Ulrike Almut Sandig nun ihren ersten Erzählband vorgelegt und darin finden sich "mindestens sieben gute" Geschichten, formuliert Rezensent Rene Hamann positiv. Mit den weniger gelungenen hält sich Hamann gar nicht erst lange auf: Unter den guten gebe es sogar sehr gute, steigert er sein Lob. Oft sind es "Familiengeschichten, die anhand von Randfiguren erzählt" werden, beispielsweise "Hush Little Baby" über einen Jungen, dem der Zwillingsbruder abhanden kommt und der darüber gezwungenermaßen seine schizophrene Liebe auf den Jazz richtet, was ein bizarres Ende nimmt, so der Rezensent. Ein bisschen anstrengend findet Hamann Sandigs unverbrauchte und am Fantastischen ausgerichtete Prosa dann, wenn der Grad an Entrücktheit in Gespreiztheit abgleitet.
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