Ulrich Trebbin

Die unsichtbare Guillotine

Das Fallbeil der Weißen Rose und seine Geschichte
Cover: Die unsichtbare Guillotine
Friedrich Pustet Verlag, Regensburg 2023
ISBN 9783791733876
Gebunden, 232 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

2014 konnte Ulrich Trebbin für den BR aufdecken, dass die 1945 verschollene Guillotine von München-Stadelheim jahrzehntelang im Depot des Bayerischen Nationalmuseums vor der Öffentlichkeit verborgen worden war. Im Königreich Bayern wurden damit noch Menschen hingerichtet, die aus Habgier, Hass oder Lust gemordet hatten. Der NS-Staat benutzte sie dann, um vor allem "Volksschädlinge" und Widerstandskämpfer zu eliminieren - oftmals für Bagatelldelikte. Bei Kriegsende ließ man sie von der Bildfläche verschwinden. Und das bis heute: Denn der Freistaat Bayern hat sie mit einem Ausstellungsverbot belegt und versteckt damit immer noch einen unbequemen Teil unserer Vergangenheit vor der Öffentlichkeit. Viele kennen noch die Mitglieder der "Weißen Rose" oder den "Räuber Kneißl", doch die allermeisten der insgesamt mehr als 1.300 Opfer dieses Fallbeils sind vergessen. Dieses Buch möchte an einige von ihnen erinnern und erzählt zugleich ein verdrängtes Kapitel unserer Geschichte: das der Todesstrafe.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2023

Pünktlich zum 22. Februar, dem Tag, an dem vor 80 Jahren die NS-Widerstandskämpfer Sophie und Hans Scholl in München hingerichtet wurden, bespricht Rezensent Hannes Hintermeier Ulrich Trebbins Studie. Fassungslos liest Hintermeier von der Geschichte dieses Fallbeils, mit dem neunzig Jahre lang Urteile vollstreckt wurden und das in den 1970er Jahren aus einer Reparaturwerkstatt in Regensburg ins Bayerische Nationalmuseum transportiert wurde. Dort steht es bis heute, darf aber nicht gezeigt werden. Was Ulrich Trebbin über Jahrzehnte dazu an Fakten und haarsträubenden Fußnoten zusammengetragen und mit der Geschichte der Guillotine seit der Französischen Revolution verbindet, verursacht bei Hintermeier zuweilen Schnappatmung. Dass der Journalist und Traumatherapeut argumentativ "abgewogen und doch leidenschaftlich" dafür plädiert, das Münchner Mordinstrument öffentlich zu präsentieren, weil Tabus noch nie geholfen hätten, kann der Rezensent absolut nachvollziehen.

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