Aus dem Schwedischen von Karl-Ludwig Wetzig. Als Ulla-Lena Lundberg zum zweitenmal nach Sibirien fährt, um auf den Spuren ihrer ersten Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn das Land neu zu erleben, muß sie einen plausiblen Vorwand finden, um überhaupt ein Visum zu bekommen. Sie gibt ornithologische Studien an - keine erfundene Ausrede, denn die Vogelbeobachtung sollte ihr Hauptinteresse werden. Bis hinauf zur äußersten Küste am nördlichen Eismeer und zur Beringstraße führt sie ihre "Jagdleidenschaft", seltene Vögel wie den Sibirischen Schneekranich oder die Arktische Rosenmöwe zu beobachten, und ebenso durch Jakutien hinab in den südlichsten Winkel des Ussuri-Landes in Fernost. In einigen entlegenen Gebieten gehört sie zu den ersten westlichen Besuchern seit der Oktoberrevolution. Sie findet bei ihren Beobachtungen der verschiedensten Vogelarten und ihrem Habitat zahlreich Anlass zu Vergleichen mit menschlichen Charakterzügen und Verhaltensweisen, zu Reflexionen über die conditio humana und unseren Umgang mit der Natur.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.11.2003
Der mit "süt" zeichnende Rezensent hat doch einige Probleme, sich für diesen "ornithophilen" Reisebericht von Ulla-Lena Lundberg zu begeistern, was allerdings weniger auf mangelndes Geschick der Vogelliebhaberin als Erzählerin zurückzuführen ist, wie der Rezensent erklärt, sondern vielmehr auf den Gegenstand ihres Erzählens. Die Autorin verstehe sich durchaus auf die Beschreibung von Vögeln und deren Verhalten, und zudem unternehme sie einige "historisch-ethnologische Exkurse" in das Sibirien zwischen 1989 und 1993 mit all seinen Problemen, die einiges Wissenswerte vermitteln. Die Leidenschaft für die Vogelbeobachtung und die damit verbundenen Strapazen jedoch kann der Rezensent wahrlich nicht nachvollziehen, und das "stellenweise schwerfällige und holprige Deutsch" der Übersetzung macht ihm dies auch nicht gerade leichter.
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