Politik wird nicht nur geprägt von verfassungsmäßigen Strukturen und Institutionen, von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Sachzwängen und dem Spiel öffentlicher Meinung. Politik wird auch wesentlich bestimmt von Personen und persönlicher Leistung. Dieses Lexikon behandelt erstmals biografisch alle Kanzler und Bundesminister der Bundesrepublik Deutschland von 1949-1998. In ausführlichen Einzelartikeln werden der berufliche und politische Lebensweg der Politiker, die wichtigen politischen Leistungen sowie die bleibenden Resultate ihrer Politik dargestellt und gewürdigt. Insgesamt entsteht so ein lebendiges Gesamtbild der Politik und einzelner Politikfelder in der Bundesrepublik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2002
Geradezu "einmalig" findet Rezensent Georg Paul Hefty die Überschrift der Einleitung: "Die Regierungsmitglieder als soziale Gruppe". Der Rezensent fasst das als Versprechen auf, doch leider wird es "nicht ganz eingelöst". Trotz der Vielzahl an biografischen Daten, liefert das "Biografische Lexikon der deutschen Bundesregierungen" nach Ansicht Heftys nämlich keine Antwort auf die seines Erachtens entscheidende Frage, "warum gerade sie?". Zu wenig erfährt man darüber, was Minister und Kanzler zu einer "soziale Gruppe" formt, klagt Hefty. Wichtige Umstände, die den Aufstieg zum Minister erklären können - Hefty nennt Faktoren wie heimliche Förderer, angeheiratetes Vermögen, gesellschaftliche Verbindungen und die gönnerhafte Freistellung von Arbeit bei andauernder Gehaltsfortzahlung - kommen laut Hefty nicht zur Sprache. Abgesehen von dieser Kritik erblickt der Rezensent im vorliegenden Lexikon jedoch ein nützliches Werkzeug für alle, die sich nicht nur für die Amtsdaten, sondern auch für die Lebensläufe von Ministern und Kanzlern interessieren.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.10.2001
Das biografische Lexikon deutscher Kanzler und Minister ist für den Rezensenten Wolfgang Reuter nicht nur ein Nachschlagewerk - schon jetzt ein unabdingbares "Standardwerk" -, sondern auch eine interessante soziologische Studie der Mitglieder des "Staatsorgans 'Bundesregierung'". Sollte man sich jemals die Frage stellen, ob man Kanzler oder Minister werden will, hier ein Persönlichkeitsprofil, das Chancen verspricht: Männlich, evangelisch, 49 Jahre, Jurist und Fraktionsführer. Aus den 157 biografischen Skizzen werde zudem ersichtlich: Auch für Minister gibt es ein Leben danach. Das sind doch schöne Aussichten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.09.2001
Ein ?empfehlenswertes Nachschlagewerk? darüber, wie im Nachkriegsdeutschland politische Karrieren verliefen und politische Eliten gebildet wurden, ist dieses Buch über Kanzler und Ministerkarrieren nach Meinung von Wolfgang Reuter. Die Herausgeber Udo Kempf und Hans-Georg Merz haben für diesen Band viele der noch lebenden Minister und Kanzler interviewt. Es sei eine geschichtliche Informationsquelle, ebenso wie eine ?politologisch-soziologische Analyse der Bundesregierung? (zum Beispiel ist hier die abnehmende Bedeutung des Ministeramtes nachzuvollziehen), und Reuter versucht sich in seiner Rezension an ein paar darüber hinausgehenden Beobachtungen. Zum Beispiel: ?Minister in Deutschland wird am ehesten, wer etwa 50 Jahre alt ist, evangelisch, Jurist, wohnhaft in Nordrhein-Westfalen?
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