Aus dem Eglischen von Michael Kleeberg. Kapstadt, Weihnachten 1976. Durch einen tragischen Unfall verliert der vierzehnjährige Douglas seinen Zwillingsbruder. Die Trauer hierüber lässt seine Familie auseinanderbrechen. Den Vater treiben Schuldgefühle in die Ferne, die Mutter zieht mit Douglas aus dem lebensfrohen Kapstadt in die weite Leere des Hinterlandes, in einen kleinen Ort, wo die Apartheid das Leben der Menschen bestimmt. Für einen heranwachsenden Teenager ein Albtraum. Doch dann trifft Douglas zwei Menschen, die ihm Hoffnung geben: Marika, seine erste Liebe, und den alten Tankwart Moses, mit dem er einen heimlichen Traum hegt. Sie wollen ein schrottreifes Auto wieder fahrtüchtig machen und gemeinsam fliehen, nach Kapstadt und vielleicht weiter an den geheimnisvollen Ort, an dem Douglas seinen Vater vermutet, nach Malindi.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.12.2008
Ulrich Baron ist froh, dass Troy Blacklaws es nicht versäumt, seinen 2004 im Original erschienenen Bildungsroman über eine Jugend in Kapstadt mit einer ordentlichen Prise Romantik und Poesie zu würzen. Was das schmale Buch ansonsten mit dem Rezensenten angestellt hätte, wäre nicht angenehm gewesen. Auch das Wissen um die Traditionslinie der englischen Memoiren- und Kolonialliteratur mit ihrem Thema der in Internaten jäh zu Ende gehenden märchenhaften Kindheit, in der Baron den Roman sieht, hätte in diesem Fall nicht vermocht, der geschilderten Brutalität der "Erziehungshölle" im wüsten Land und den Schrecken der Apartheid Optimismus abzuringen.
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