Trezza Azzopardi

Was ich nicht vergessen darf

Roman
Cover: Was ich nicht vergessen darf
Berlin Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783827005496
Gebunden, 317 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Monika Schmalz. Winnies Koffer wurde gestohlen. Mitten in der Nacht, von einem Mädchen mit brandrotem Haar, verräterisch leuchtenden Haaren, wie Winnie selbst sie einmal hatte, früher, als sie noch Lillian hieß, oder Patsy. Nichts ist der alten Frau nach diesem Raub geblieben. Der Koffer hat sie seit Kindertagen begleitet, er enthielt kaum etwas, und doch alles, was sie besaß, alles, was sie mit ihrem Leben verband, über das sie längst aufgehört hat, nachzudenken. Die Überlebensstrategie dieser bettelarmen und radikal einsamen alten Frau ist bislang der feste Tagesplan gewesen: Früh zum Markt, Obstkisten besorgen als Brennholz, um in dem verlassenen Schusterladen zu heizen, in dem sie haust, etwas zu Essen auftreiben, den Leuten zuschauen, nicht nachdenken, sich nicht erinnern an das, was verloren ist. Doch wie es scheint, war diese Ausblendung nur möglich, solange es die greifbaren Erinnerungsstücke im Koffer gab. Unter dem Eindruck des Verlusts lässt sich die Erinnerung nicht länger zurückdrängen, und Winnie beginnt zu erzählen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.07.2005

Keine Frage: Die Heldin dieses Romans, die eigentlich Patricia heißt, aber allerlei Namenswechsel durchmacht, hat ein schreckliches Leben. Die nächsten Verwandten verschwinden (und zwar einfach so), sie wird ausgenutzt und weitergereicht, als Hellseherin ausgestellt, vergewaltigt und zuletzt als verwirrte Frau in eine Anstalt gesteckt. Da darf die Leserin, der Leser sie dann kennenlernen. Die Rezensentin Bernadette Conrad ist allerdings irritiert. Nie bekommt man den Eindruck, klagt sie, es hier mit einer vorstellbaren Figur zu tun zu haben, einem "lebendigen Menschen". Und das, so Conrad, ist ein Kunstfehler der Autorin, der mit den "vielen sprachlichen Unschärfen" des Romans zu tun hat. Am Ende lasse einen dieses "Gruselmärchen" deshalb "seltsam kalt".
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