Tim Glencross

Barbaren

Roman
Cover: Barbaren
Berlin Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783827011664
Gebunden, 416 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Tanja Handels. Die Ära Blair neigt sich dem Ende zu, aber seine Londoner Clique feiert sich ungerührt weiter. Mittelpunkt der Salonlöwen und Kabinettsmitglieder auf der Party des linken Intellektuellenpaars Howe-Depree ist deren schöne Adoptivtochter Afua. Neben diesem aufgehenden Stern am Labour-Himmel wirkt nicht nur ihr Bruder Henry reichlich unbedeutend, sondern auch dessen Schwarm, die Nachwuchslyrikerin Buzzy. Die Ärmste schwitzt Blut und Wasser, denn sie hat gerade ein sehr teures Kunstwerk für eine banale Dose Bier gehalten und leergetrunken. Was für ein Fauxpas. Sie wird hinauskomplimentiert und nicht wieder eingeladen. Aber im Laufe der nächsten Jahre wird nicht nur das politische Blatt sich wenden. Ist es symptomatisch, dass der sanfte Henry nun für den politischen Gegner arbeitet? Und Buzzy sich auf eine Beziehung mit einem viel älteren Staranwalt einlässt? Nur Afua verfolgt ungerührt ihre Karriere, auch wenn Mann und Kind dabei auf der Strecke bleiben. Ein Gesellschaftsroman, dessen Helden vor allem eines gemeinsam haben: Sie stolpern über ihre eigene Menschlichkeit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2015

Martin Halter hält's im Kopf nicht aus, wenn der Anwalt und Ex-Redenschreiber Tim Glencross in seinem Romandebüt die britische High Snobiety der Post-Blair-Ära auffährt, Champagnerflüsse, Ränke, Intrigen und den zynischen Smalltalk der kulturellen und politischen Upper Class. Mit den großen Gesellschaftsromanen des 19. Jahrhunderts hat so eine Satire laut Halter eine ganze Menge gemein, Muster, Motive, Zitate. Dazu kommen bei Glencross britisches Understatement, ätzender Sarkasmus, eine süffig-süffisante Schreibe und Geist, versichert der Rezensent. Dass der Autor "sein" Milieu kennt, das Geschwätz und Getändel, die Diskurse, macht das Buch für Halter glaubwürdig, auch wenn sich ihm nicht jede Londoner Insiderpointe erschließt, wie er zugibt. Dennoch: Am besten gefällt Halter der Text in seinen leiseren Momenten, wenn er von unschuldiger Liebe erzählt und von prekärem Glück.
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