Tonino Benacquista

Die Absacker

Roman
Cover: Die Absacker
Goldmann Verlag, München 2000
ISBN 9783442541157
Taschenbuch, 251 Seiten, 10,23 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Gabrielle Seil und Georges Hausemer. Bertrand und Antoine sind fünfundzwanzig Jahre alt und arbeitslos. Doch deshalb muß man noch lange nicht in Armut leben. Man braucht nur den richtigen Dreh. Und den haben die beiden Freunde gefunden: Ein geschnorrter Smoking sorgt für das richtige Outfit, und freundschaftliche Kontakte zu Türstehern und Rausschmeißern eröffnen den Zugang in die mondäne Welt der Vernissagen, Soiréen und Bars. Abend für Abend finden sich Bertrand und Antoine zu Champagner und edlen Delikatessen ein. Doch eines Abends wird ihnen eine mysteriöse Gestalt dieser nächtlichen Szene zum Verhängnis: der geheimnisumwitterte Jordan, der stets in Begleitung der leichenblassen Violaine auftaucht und im Ruf steht, sich von Bloody Marys zu ernähren...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.09.2000

Lutz Krützfeld beschäftigt sich in einer Dreifachbesprechung mit französischen Thrillern: Laurence Démonios "Eine Art Engel", Jean-Claude Izzos "Total Cheops" und Tony Benacquistas "Die Absacker".
1. Laurence Démonio: "Eine Art Engel". Der Rezensent lobt die Autorin für ihren "lakonischen Stil". Der Thriller verzichte auf die sonst übliche "Geheimniskonstruktion" des Handlungsgerüsts und sei dabei durchaus "temporeich". Allerdings sei dadurch die Handlung allzu absehbar, und durch die amourösen Verstrickungen des jugendlichen Protagonisten, der von einem Gangster zur Prostitution gezwungen wird und versucht, aus dem Milieu auszubrechen, drohe der Roman zudem ins "Melodramatische abzurutschen", tadelt der Rezensent.
2. Jean-Claude Izzo: Total Cheops. Dieser Thriller schildere "eindringlich und genau" das Elend der Einwanderer in Marseille, was der Rezensent als eigentliches Verdienst des Romans preist. Die Klischees, die besonders im Verhältnis des Protagonisten zu den Frauen unverdrossen wiederbelebt würden, werden durch den "scharfsinnigen Sozialrealismus" mehr als ausgeglichen, lobt der Rezensent. Krützfeldt findet es allerdings nicht gerade aufregend, dass Izzo den Zustand der Gesellschaft durch die Schwermut seines Romanprotagonisten spiegeln will.
3. Tonio Benacquista: "Die Absacker". Dieser Thriller über junge Schnorrer in der besseren Pariser Gesellschaft begeistert Krützfeldt. Die Schilderungen vom Nachtleben der Stadt und seinen Protagonisten seien detailreich erzählt, lobt Krützfeld. Dabei würde der Autor durch seine "anregenden" Bilder eine "eigene poetische Welt" entstehen lassen, in der "Witz und Schwermut" ausgeglichen eingesetzt seien. Für Krützfeldt ist Benacquistas Roman den beiden anderen Büchern seiner Besprechung bei weitem überlegen.
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