Tommaso Landolfi
Herbsterzählung

Nimbus Verlag, Wädenswil 2025
ISBN 9783038501060
Gebunden, 160 Seiten, 24,80 EUR
ISBN 9783038501060
Gebunden, 160 Seiten, 24,80 EUR
Klappentext
Aus dem Italienischen von Andreas Isenschmid. Spätherbst im zweiten Weltkrieg; ein junger Mann versucht im italienischen Apennin vor den deutschen Truppen zu fliehen, die ihm dicht auf den Fersen sind. Es ist kalt und regnerisch, und die Dämmerung bricht herein. Unverhofft stößt der Gehetzte auf eine Waldlichtung, in deren Mitte ein stattliches Haus steht. Die Fenster sind verrammelt und alles wirkt verlassen. Doch es steigt Rauch aus einem der Kamine. Mit Gewalt verschafft sich der Fliehende Zugang und trifft auf einen alten Mann mit zwei furchteinflößenden Wachhunden. Widerwillig wird er aufgenommen - und bleibt. Schnell wird ihm klar, dass das Haus ein Geheimnis birgt; in der Nacht hört er Geräusche im Nebenzimmer, und als er heimlich Erkundungen aufnimmt, verdichten sich die Anzeichen auf weitere Bewohner. Zugleich erweist sich das düstere Gebäude mehr und mehr als ein Labyrinth.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.01.2026
Tommaso Landolfi ist für Rezensent Rainer Moritz eine der "großen Außenseiter" in der italienischen Literatur, da er sich nicht dem Realismus, sondern eher dem magisch-verwirrenden Erzählen verschrieben hat. Sein Protagonist und Ich-Erzähler flieht in die Berge, wo sich schnell eine unheimliche Atmosphäre entspannt, so Moritz: Der Erzähler verschafft sich gewaltvoll Zugang zu einem Anwesen und will auch nicht mehr gehen, hat Angst, Patrouillen in die Hände zu fallen, stattdessen erforscht er die Abgründe des Hauses, was in einer Totenbeschwörung kulminiert. Grausam und existenziell verstörend findet der Kritiker, wie Landolfi hier von sexualisierter Gewalt erzählt und stuft das Buch als "Meisterwerk der europäischen Literatur" ein.
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