Tobias Rapp

Lost and Sound

Berlin, Techno und der Easyjetset
Cover: Lost and Sound
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN 9783518460443
Kartoniert, 268 Seiten, 8,50 EUR

Klappentext

Techno ist tot, zumindest offiziell. In Wirklichkeit waren elektronische Musik und die nächtliche Subkultur des Ausgehens - jenseits von sozialen Utopien und Love Parade - nie kreativer und interessanter als heute. Und nie so an einem Ort konzentriert: Jedes Wochenende bevölkern junge Leute aus ganz Europa ein paar Kilometer am Berliner Spreeufer; sie kommen mit Billigfliegern und bleiben nicht selten, bis die letzte After Hour nach Tagen fast wieder ins nächste Wochenende mündet ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.05.2009

Mit der Materie weniger vertraute Leser warnt Stephan Loichinger: Ihnen könnten Tobias Rapps Berichte aus der Berliner Techno-Welt höchst seltsam vorkommen, in denen von Donnerstag bis Montag durchgefeiert wird und der Rausch regiert. Loichinger selbst hat andere Kriterien. Er sucht in dem Buch nach einem roten Faden, dem "Easyjetset" beispielsweise, die Beantwortung der Frage, wieso jemand zum Feiern nach Berlin jettet. Doch Antworten findet Loichinger überhaupt nur wenige, etwa zu den ökonomischen Strukturen des Techno-Tourismus. Stattdessen liest er die "persönliche Feiergeschichte" des Autors, "kraftlose" Momentaufnahmen mit zu wenig Tiefgang, findet er. Das Ausfransen des Buches in den angehängten Interviews empfindet er als bedauerlich.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.04.2009

Bestens unterhalten hat sich Felix Denk bei der Lektüre von Tobias Rapps Buch über "Techno, Berlin und der Easyjetset". In diesem instruktiven Porträt des Berliner Nachtlebens findet er insbesondere eine qualifizierte Antwort auf die Frage, was eigentlich aus Techno geworden ist: als Massenphänomen Ende der neunziger Jahre auf dem Höhepunkt ist die Maschinen-Musik um die Jahrtausendwende in den Underground zurückgekehrt, wo sie heute vitaler, origineller und vielfältiger scheint denn je. Gespannt folgt Denk dem Autor bei seinen Streifzügen durch die Clubwelt, in der sich die Nachtschwärmer tummeln und der Easyjetset feiert. Er hat auch eine Menge über die Clubszene als starke Wirtschaftskraft in Berlin erfahren und darüber, wie ein Techno-Plattenlabel funktioniert.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2009

Nicht ungern ist Rezensentin Nadja Gehr mit dem Ex-taz-Musikredakteur, der jetzt für den Spiegel schreibt, lesend durch Berlins Clubszene gewandet. Auch hat sie gerne Worte wie "Easyjetset" dazu gelernt, mit dem Tobias Rapp die internationalen Technofans bezeichne, die ihre Flüge nach Berlin zum Beispiel mit dem Programm des Friedrichshainer Technotempels "Berghain" abstimmen. Allerdings scheint ihr bei aller Liebe das Buch eine Spur zu hingebungsvoll und schwärmerisch ausgefallen zu sein: kein bisschen Theorie, noch nicht mal ein bisschen Kulturokönomie a la Diedrich Diederichsen. Wenn es wenigstens das Buch eines Feuilletonisten wäre! Doch die Rezensentin hat es hier, wie sie schreibt, schlicht mit dem Buch eines Liebhabers zu tun. Nett, aber mehr auch nicht.
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