Timo Luks

In eigener Sache

Eine Kulturgeschichte der Bewerbung
Cover: In eigener Sache
Hamburger Edition, Hamburg 2022
ISBN 9783868543667
Gebunden, 432 Seiten, 40,00 EUR

Klappentext

Der moderne Mensch ist Arbeitsuchender. Um sich auf Arbeitsmärkten gegen Konkurrenz durchzusetzen, bedarf es bestimmter Fähigkeiten. So wird die Bewerbung im 19. Jahrhundert zu einer zentralen Kulturtechnik in modernen Arbeitsgesellschaften: Sie entstand aus der älteren Tradition der Bittschriften und wurde im Lauf der Zeit zu einem Werbeprospekt in eigener Sache.Wo Bewerberinnen und Bewerber sich einst veranlasst sahen, Anstellungsgesuche mit ausufernden Erzählungen persönlicher Schicksale zu begründen, da rückten spätere Bewerberinnen und Bewerber ihre Eignungen und Qualifikationen in den Vordergrund, veranschaulicht in ausbildungsbezogenen Lebensläufen.Der Historiker Timo Luks erzählt nun erstmals die Geschichte der Bewerbung vom späten 18. Jahrhundert bis ins frühe 20. Jahrhundert. Eine Geschichte, die auch von den Veränderungen sozialer Beziehungen erzählt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 21.12.2022

Rezensent Thomas Groß warnt davor, Timo Luks' Buch mit einem Ratgeber zu verwechseln. Luks legt mit seinem Buch die Kulturgeschichte der Bewerbung vor, betont der Rezensent, der den Wandel dieser grundlegenden Kulturtechnik gespannt verfolgt: Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Bewerbung eine Bittschrift an den Fürsten, ein moralischer Appell zur Versorgung der Frau und acht Kinder, lernt Groß. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden individuelle Fähigkeiten - Sachkenntnis - Geschicklichkeit - herausgestellt, bis sich das Schreiben in eigener Sache schließlich zum Marketing des anpassungsfähigen Ichs wandelte. Manchmal etwas ausufernd, findet der Rezensent Luks' Arbeit, aber oft genug "brillant".

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