Sophia Rosenfeld

Im Zeitalter der unendlichen Möglichkeiten

Eine Geschichte der Wahlfreiheit
Cover: Im Zeitalter der unendlichen Möglichkeiten
Hamburger Edition, Hamburg 2026
ISBN 9783987220012
Gebunden, 496 Seiten, 40,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff. Was kaufen wir, wo wohnen wir, wen lieben wir, was glauben wir, welche Partei bekommt unsere Stimme? Die Freiheit, eine Wahl treffen zu können, betrifft fast jeden Aspekt unseres Lebens. Gleichzeitig hat unsere heutige Wahlbesessenheit ihren Preis: Es gelingt uns oft nicht, unsere persönlichen Wünsche zu verwirklichen, zu viele Möglichkeiten überfordern uns. Wie ist es dazu gekommen? Sophia Rosenfeld erzählt die lange Geschichte der Erfindung der Wahlfreiheit als entscheidendes Merkmal moderner Freiheit. Sie stützt sich dabei auf eine Fülle von Quellen, die von Romanen und Speisekarten bis hin zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Psychologie und Wirtschaft reichen. Sophia Rosenfeld führt die Leser:innen vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Sie beschreibt den gleichzeitigen Aufstieg des Einkaufens als Aktivität und die Religionsfreiheit als Möglichkeit, Überzeugungen frei wählen zu können. Ebenso zeichnet sie die Geschichte der Wahlmöglichkeiten im Liebesleben, in der Politik und bei den Idealen der Menschenrechte nach. Sie fordert uns auf, die Bedeutung von Wahlmöglichkeiten sowie deren Versprechen und Grenzen im modernen Leben zu überdenken.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 24.08.2026

Dass die Möglichkeit zur Wahl mit der Idee von Freiheit gleichgesetzt wird, war nicht immer so, lernt Kritiker Constantin Hühn von der amerikanischen Historikerin Sophia Rosenfeld. Lange galt Freiheit als die Möglichkeit zwischen Tugend und Laster wählen zu können, erklärt er, nicht als "individuelle Präferenz" zwischen Optionen. Ab dem 18. Jahrhundert ändert sich die Vorstellung von persönlicher Freiheit durch sich verändernde Praktiken in Politik, Konsum und Partnerwahl. Der neuen Freiheit bei der Warenauswahl widmet sich Rosenfeld genauso wie den Regeln für das Kennenlernen in den Ballsälen des 19. Jahrhunderts. Laut der Autorin manifestiert sich die neue Möglichkeit zur Wahl zur Voraussetzung für das Selbstverständnis des modernen Menschen, lesen wir. Welche wichtige Rolle die Frau in der Geschichte der Wahlfreiheit spielt, aber auch wie in der Gegenwart zunehmend eine "inhaltliche Entleerung des Wahlakts" stattfindet, liest der Kritiker mit Interesse. Die ein oder andere Redundanz und eine bisweilen überkomplizierte Sprache trüben das Lesevergnügen etwas, trotzdem empfiehlt der Kritiker diese interessante und originelle Analyse.