Timo Blunck

Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern?

Roman
Cover: Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern?
Heyne Verlag, München 2018
ISBN 9783453271371
Gebunden, 464 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Nachdem eine Party-Nacht in der Notaufnahme endet, stellt Schröders Schwester ihn vor die Wahl: "Entweder Therapie, oder ich sags Mama." So findet er sich auf der Couch der Kette rauchenden Psychologin Dr. Schulz wieder und erzählt ihr sein Leben: Von den Saunapartys der Hippie-Eltern. Von der ersten Liebe, die tragisch endete. Von ausverkauften Konzerten seiner Band Villa Hammerschmidt. Von Mardi Gras in New Orleans, Kneipenschlägereien in London und bizarren Orgien in Hamburg. Und natürlich von Sophia, der Frau, für die er alles tun würde. Dumm nur, dass es Knirpsi gibt - Schröders bösen Zwilling, der in seinem Kopf wohnt und nie aufhört, ihn zu wilden Exzessen anzustiften ...

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 28.04.2018

Der unter dem Pseudonym rezensierende Blogger Airen fühlt sich nach der Lektüre von Timo Bluncks autobiografisch geprägtem Roman wie nach einer durchzechten Nacht mit "Drinks und Koks". Denn der ehemalige Palais-Schaumburg-Bassist lässt ihn hier nicht nur teilhaben an Ausbruch aus der bürgerlichen Familie, Touren in Europa, Plattenaufnahmen in den USA, sondern auch an Therapeutengesprächen, Prügel- und Saufexzessen mit Bandkollegen, seinem Wechsel in die Werbewelt und gescheiterten Ehen. Vor allem aber erfährt er von Blunck, "wie man sachkundig wichst", vom Kokain runterkommt und wieviel jener "bumste". Aller Lüge, Frauenfeindlichkeit und Drogenverherrlichung zum Trotz hat Airen hier einen ebenso ironischen, selbstkritischen und wie er findet, absolut lesenswerten Einblick in die Seele eines "Kaputten" erhalten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.03.2018

Wer Timo Blunck noch nicht kennt, will ihn nach der Lektüre von Dirk Schneiders Rezension kennenlernen. Dafür gibt es einige Gründe, vor allem aber beschreibt Schneider, der Blunck zum Interview getroffen hat, den Musiker und Autor als einen so interessanten, einen so eindeutig uneindeutigen Charakter, dass man sich gerne direkt selbst ein Bild von ihm machen würde. Dafür gibt es jetzt glücklicherweise die Autobiografie - 464 Seiten, auf denen Blunck aus seinem Leben erzählt - überaus unterhaltsam und vor allem erfrischend und beeindruckend offen, lobt Schneider. Diese Ehrlichkeit ist es, die dem Buch seine besondere Kraft verleiht, eine Kraft, mit der Blunck seine Leser fesselt, auch über die ein oder andere Länge hinweghilft und die verschiedenen Seiten seines Charakters in Einklang bringt: Da ist der Angeber, aber auch der bescheidene Intellektuelle, da ist der Postpunk-Musiker und daneben der Werbefutzi, der "Schwätzer" und der zärtliche Zuhörer und sie alle lieben eine Frau. Diese Frau bildet den Mittelpunkt in "Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern?". Ohne sie wäre dieses Leben vielleicht nicht ganz so voll von "Liebe und Rausch" gewesen, überlegt der beeindruckte Fan. Wie auch immer: Dieses Buch muss konsumiert werden, am besten in Kombination mit dem gleichzeitig erschienenen Soloalbum, versichert er.

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