Tim Krohn

Ans Meer

Roman
Cover: Ans Meer
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2010
ISBN 9783869710020
Gebunden, 303 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Ein Haus am Meer, zwei Paare, zwei Freundinnen, eine unmögliche Liebe und ein schrecklicher Unfall. Wie beim Urknall fliegt alles auseinander, und noch zwölf Jahre wirkt er nach. Anna - eine junge Frau aus Kiel - wünscht sich nichts sehnlicher als eine eigene Familie. In ihrer frühen Jugend hat sie während der Sommerferien durch eine Dummheit die Familie ihrer besten Freundin Josefa zerstört, und mehr noch: jetzt, zwölf Jahre später, hätte sie vielleicht Josefas unerwarteten Tod verhindern können. Deshalb will sie Joes elfjährigen Sohn Jens adoptieren und so ihre Schuld zumindest teilweise tilgen. Doch auch Jens' Vater Livio taucht auf, ein nicht unsympathischer, aber offensichtlich ziemlich unzuverlässiger Mensch, der Jens noch nie zuvor gesehen und der eigenen Familie dessen Existenz verschwiegen hatte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.2010

Einen bei allem Ehrgeiz dann doch eher "schlichten" Roman hat Sandra Kerschbaumer in Tim Krohns "Ans Meer" gefunden. Indem sich der Schweizer Autor für eine vielfach aufgefächerte Perspektive in Vor- und Rückblenden entscheidet, demonstriert er zwar seinen ambitionierten erzähltechnischen Zugriff auf diese Geschichte um eine Familientragödie, räumt die Rezensentin ein. Allerdings scheint es Krohn nicht zu gelingen, den verschiedenen Figuren auch eine wirklich eigene Stimmen zu geben, zudem perlen die bald dramatischen, bald tragischen Geschehnisse an der Rezensentin ab, weil hier vor allem "resümiert" statt "erzählt" wird, wie sie beklagt. Als Glanzpunkt des Romans hebt Kerschbaumer das Verhältnis der Hauptfigur Josefa zu ihrem 11-jährigen Sohn Jens hervor, die man schon aus einem früheren Buch Krohns kennt. Leider wandelt sich der Roman nach Josefas Tod aber ins "Melodramatische", wie die Rezensentin unfroh feststellt. So kommt sie zu dem Schluss, dass das Realistisch-Einfache, das der Autor mit diesem Roman offenbar angestrebt hat, eben "schwer zu machen" und in diesem Fall wohl nicht recht gelungen ist.
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