Aus dem Englischen von Cornelius Hartz. Mit Bildern. Lebenslauf: Kindheit/Schulzeit; sportliche u. militärische Erfolge, Abschied vom Militär, Umsetzung der pädagogischen und sozialen Erkenntnisse in die Pfadfinderbewegung. Tim Jeal relativiert teilweise die herbe Kritik an verschiedenen Bereichen im Leben von Baden-Powell. Das Buch dient aber keinem Heldenkult, sondern zeigt B.P. als Mensch und als Pfadfinderführer.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2008
Gert Raeithel staunt nicht schlecht über die Detailverliebtheit, mit der Tim Jeal dem Vater aller Pfadfinder zu Leibe rückt. Er gibt uns auch gleich einen Eindruck davon, indem er Robert Stephenson Baden-Powells Weg vom vernachlässigten Sohn über die Offzierskarriere bis hin zum Kriegshelden und schließlich zum idealen Pfadfinder und Begründer der Bewegung in Schlaglichtern wiedergibt. Am Ende weiß Raeithel: Der Autor ist nicht zu beneiden. Baden-Powell ist und bleibt eine widersprüchliche, zu Kritik reizende Figur. Und Jeal geht ihm bei dessen Ehrenrettung mitunter zu weit. So weit, dass "Streitpunkte", wie Baden-Powells Homosexualität, seine Rolle bei der Belagerung der afrikanischen Ortschaft Mafeking und die ursprüngliche Intention der Pfadfinderei (zivil oder doch militärisch?) dem Rezensenten auch mit der 20 Jahre dem Original nachhinkenden Veröffentlichung des Buches auf Deutsch weiter streitwürdig erscheinen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.2008
Rezensent Ernst Horst scheint sich mit dieser Biografie gut amüsiert zu haben. Das liegt nicht so sehr am Autor, Tim Jeal, dem es vielleicht ein wenig an "Selbstbewusstsein fehlt", als an Robert Baden-Powell, Soldat, Begründer der Pfadfinder-Bewegung und "Schlitzohr", wie der Rezensent erkannt hat. Baden-Powell wurde in eine große Familie hineingeboren, lesen wir, die Mutter bestimmte das Geschick ihrer zehn Kinder offenbar mit eiserner Hand. Baden-Powell diente als Offizier im Burenkrieg, was vielleicht erklärt, dass die Pfadfinder mehr Ähnlichkeit mit einer Zulu-Gemeinschaft haben als mit den Indianern, wie Horst behauptet. Besonders aufgefallen sind dem Rezensenten aber die Ähnlichkeiten mit dem Militär: "Majore und Leutnants bei der Armee in Mafeking entpuppten sich als Säufer, und der Aufseher des Zeltplatzes im Pfadfindertlager Gilwell wurde erst nach zehn Jahren als Päderast entlarvt."
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…