Tim Berners-Lee
This Is for Everyone
Die unvollendete Geschichte des World Wide Web

Rowohlt Verlag, Hamburg 2025
ISBN 9783498003814
Gebunden, 384 Seiten, 28,00 EUR
ISBN 9783498003814
Gebunden, 384 Seiten, 28,00 EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Karsten Petersen. Unter Mitwirkung von Stephen Witt. Kaum eine Erfindung hat unsere Welt derart verändert wie die des World Wide Web. Zugleich hat das Internet in kürzester Zeit selbst eine extreme Entwicklung durchgemacht: von einer Innovation, die getragen war von der Utopie des grenzenlosen Austauschs und der individuellen Freiheit, hin zu einem Instrument der Manipulation, Überwachung und Unterdrückung. Nun ist es Zeit für eine kritische Bilanz, zu der niemand besser berufen wäre als der Erfinder des World Wide Web höchstpersönlich: Tim Berners-Lee. Der britische Physiker und Informatiker erzählt in seinem Buch, wie es zu dieser Entdeckung kam und wie das Internet ein neues Zeitalter der Kreativität und Kollaboration einläutete - bevor sich Staaten, Konzerne und Menschenfänger jeder Couleur daranmachten, seine offene, dezentrale Struktur für Macht- und Profitzwecke zu missbrauchen. Wie hätte diese Entwicklung verhindert werden können? Und wichtiger noch: Welche Lehren sollten wir daraus ziehen?
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2025
Eher für Einsteiger ins Thema Internetentwicklung als für IT-Spezialisten ist dieses Buch interessant, findet Rezensent Günter Hack. Der Autor Tim Berners-Lee gilt als Vater des World Wide Web. Hack erzählt, das Buch zusammenfassend, Berners-Lee professionelle Karriere nach, von seiner Zeit beim Genfer CERN, wo er bereits mit dem Problem inkompatibler digitaler Systeme konfrontiert war über erste selbstgeschriebene Programme in Wiki-ähnlicher Form bis hin zur von Berners-Lee maßgeblich vorangetriebenen Synthese des heutigen Internets. Mit Berners-Lee beschreibt Hack, warum das World Wide Web damals Anfang der 1990er bahnbrechend war, insbesondere auch hinsichtlich des Open-Source-Gedankens, außerdem legte der Autor sich immer wieder erfolgreich mit Großkonzernen wie Microsoft an. Von Crypto hält Berners-Lee wenig, referiert Hack weiter, KI hingegen hält er für vielversprechend, möchte aber, dass Urheber angemessen entschädigt werden, außerdem schätzt er Projekte wie Mastodon und bleibt insgesamt ein Technoutopist. All das findet Hack durchaus interessant, allerdings hätte er sich an vielen Stellen tiefergehende Einblicke sowohl mit Blick auf Technik als auch mit Blick auf politische Fragen gewünscht.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2025
Rezensent Andrian Kreye liest die Autobiografie des britischen Physikers Tim Bernes-Lee mit Spannung. Wie der Autor einst am Cern das Hypertext Transfer Protocol entwickelte und damit das World Wide Web für alle zugänglich machte und wie Habichte aus dem Silicon Valley seine Idee kaperten und monopolisierten, erzählt Bernes-Lee in diesem Buch und steckt Kreye an mit seiner Idee von einer neuen Revolution, die in der Lage wäre, das Netz den Usern zurückzugeben. Wie die Hoheit über die eigenen Daten zurück in die Hand der Nutzer kommt sollen, scheint Kreye durchaus von bestechender Einfachheit zu sein. Bernes-Lees Optimismus ist ansteckend, findet er.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 23.09.2025
Rezensentin Vera Linß nimmt Vieles mit aus der lesenswerten Autobiographie des einflussreichen, britischen Mathematikers und Internetpioniers Tim Berners-Lee. Sie liest von Berners-Lees Studienzeiten im Oxford der 70er-Jahre, in denen er bereits als eigenständiger, unkonventioneller Denker hervortrat und schließlich im CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung, landete. Von der dortigen, vielfältigen Gesprächskultur inspiriert, stellte er 1990 sein revolutionäres System für den Austausch unterschiedlichster digitaler Inhalte vor: den Hypertext. Fasziniert folgt die Kritikerin den ausführlichen und sehr technischen Erklärungen des Mathematikers, der sich auch stark dafür einsetzt, die Daten des World Wide Web gemeinfrei und kostenlos nutzbar zu halten. Demnach plädiert er für eine zunehmende Dezentralisierung des Internets und kritisiert die starke Kommerzialisierung durch Großunternehmen und den sozialen Medien. Linß findet viel Gefallen an Berners-Lees Lösungsansätzen, auch wenn offen bleibt, ob sie wirklich gelingen können.
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