Während Europa noch unter den Folgen der Napoleonischen Kriege litt, setzte sich Barbe-Nicole Clicquot Ponsardin über die Konventionen ihrer Zeit hinweg und übernahm die Weinhandlung ihres früh verstorbenen Mannes. Die einfallsreiche, resolute Geschäftsfrau erfand neue Herstellungsverfahren, exportierte ihren Champagner weltweit und wurde eine der ersten großen Frauen der Wirtschaftsgeschichte. An einem Tag arrangierte sie heimliche und riskante Champagnerlieferungen nach Russland, an einem anderen plauderte sie mit Napoleon und Josephine Bonaparte. Das Erbe der klugen und kühnen Unternehmerin lebt noch heute - nicht nur unter dem berühmten Label.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.11.2009
Ah, Champagner! Ulla Fölsing findet das Buch über die Frau hinter der Marke "Veuve Clicquot" allerdings nicht halb so perlend wie ein Gläschen von der berühmten Witwe. Schockierende Mitteilungen wie die, dass der Champagner eigentlich in Großbritannien erfunden wurde, machen die Lektüre für Fölsing auch nicht prickelnder. Zwar staunt sie über den Geschäftssinn der Barbe Nicole Clicquot, den Tilar J. Mazzeo in ihrer Biografie mittels Papieren aus dem Firmenarchiv "minutiös" belegen kann. Was so an Privatem, dem eigentlich Interessanten, zutage kommt, hält Fölsing aber eher für Peanuts. Keine Briefe, keine Tagebücher, nichts. Und die nackte Fantasie der Autorin, gemixt mit ein bisschen historischer Kenntnis und einem Interesse an Genderstudien und Weintourismus - das schmeckt der Rezensentin doch zu schal.
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