Aus dem Isländischen von Karl-Ludwig Wetzig. Mit Vignetten von Gudjon Ketilsson. Blidfinn, ein menschenähnliches Wesen, das fliegen kann, lebt in einem Garten am Rand des Waldes. In seinem Zuhause hat er es sich behaglich eingerichtet, mit Pfannkuchen und Schokolade und klaren Regeln. Die Grenzen seiner Welt verlässt er nie,denn er weiß, außerhalb seines kleinen Reichs lauern alle Gefahren des Universums. Völlig unerwartet sitzt eines Morgens ein Kind in seinem Garten. Fünf Jahre lang verbringen Blidfinn und das Kind eine herrlich unbeschwerte Zeit miteinander. Niemalsaber verlässt Blidfinn die heimliche Sorge, dass sein Freund wieder aus seinem Leben verschwinden könnte...
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 21.03.2002
Armer Blidfinn. Langweilt sich paradiesisch. Bis Seite elf allerdings nur, da findet er einen Menschenfreund, und es geht ihm besser, wie Reinhart Osteroth erleichtert feststellt. Der Blidfinn, das knuffige Flügeltier, ist ihm da schon ans Herz gewachsen. Gewachsen worden, sollte man besser sagen, von seinem Autor und dessen "leichter und verschmitzter" Erzählweise. Dankbar, dass keine aufdringliche Botschaft "daherplumpst", liest Osteroth das Büchlein gemächlich von vorn bis hinten und zurück, weil sich ihm am Ende "alles noch mal neu" erschließt. Als "Fabel vom Verschwinden und Wiederkehren der Kindheit" nämlich. Und das scheint auch etwas für Erwachsene zu sein.
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