Mit 98 Farbtafeln und einem Text von Michel Houellebecq. Bei Nudes geht es um Pornografie, genauer gesagt um Stills von pornographischen Szenen aus entsprechenden Internetseiten, die Ruff elektronisch bearbeitet und zu Superformaten vergrößert hat. Digital koloriert, mit Verwischungen und Unschärfen verfremdet, lösen sich die Bildinhalte in mehr oder weniger abstrakte Farbflächen auf und treiben ein höchst irritierendes Spiel mit der Wahrnehmung.
Brigitte Werneburgs Verdikt über diesen Band ist ebenso so knapp wie eindeutig: "Eine Pleite". Von Thomas Ruffs konzeptueller Aktfotografie ist nicht mehr übrig geblieben als ein eindimensionaler Mainstream-Erotikband, befindet Werneburg und vermutet dahinter den Wunsch des Verlags nach einem Bestseller. Zu den präsentierten "schnuckeligen, sexy Puppen" passen ihrer Meinung die Texte von Michel Houellebecq bestens, in denen dieser seinen verlorenen Paradiesen hinterher weinen darf.
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