Bundestagswahl, Landtags- und Kommunalwahlen: 2009 - ein Jubeljahr der Demokratie? Mitnichten. Das auf Parteien gegründete Demokratie-Modell zerbröselt mit einer sich auflösenden Parteibasis und überforderten Funktionären. Die Folge: ein gravierender Nachwuchsmangel, Opportunismus statt Charisma, Kompetenzverlust der Parlamente. Und damit weiter wachsende Macht kaum zu kontrollierender Verwaltungsapparate und anonymer Lobbyisten. Thomas Leif warnt vor den Gefahren für die Demokratie. Die Parteien aber verschleiern die Misere, ignorieren die Nachwuchsfalle.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.07.2009
Franziska Augstein ist dem Autor dankbar für dieses Buch. Obgleich ihr Thomas Leifs Diagnose über den (schlechten) Zustand der Parteien, über Lobbying und mangelnden Nachwuchs bekannt vorkommt und ihr die bisweilen langatmige Dokumentation von internen Strategiepapieren und die vielen Interviews weder neue Erkenntnisse noch übermäßige Hochspannung bescheren, weiß sie es zu schätzen, dass ein "renommierter" Journalist sich des Themas annimmt. Was genau unser Gemeinwesen ruiniert, wer (namentlich) die Sünder im System sind, erfährt Augstein hier nicht. Stattdessen stellt sie mit Erleichterung fest, dass die befragten Politiker "alle ganz vernünftig reden". Alles doch nicht so schlimm? So ganz sicher ist sich Augstein nicht.
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