J. H. W. Dietz Verlag, Bonn 2026
ISBN
9783801206802 Broschiert, 296 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Zwischen den USA und Europa existieren potente, transnationale Netzwerke von Rechtspopulisten, Rechtsextremisten und radikalisierten Konservativen. Ihr Ziel: die westlichen Demokratien zu unterhöhlen, um eine autoritär-antiliberale, menschenfeindliche Agenda durchzusetzen. Thomas Greven zeigt, wie diese internationalen Netzwerke systematisch den Keil ihrer Ideen über das "richtige Volk" und erzwungene "Remigration" in die Mitte der Gesellschaft treiben und den Kampf gegen "die Eliten" global organisieren. So werden verschwörungsmythologische Thesen wie die vom "Großen Austausch" in transatlantischen und europäischen Netzwerken verbreitet. Mit ihren oft sehr effektiven und technisch ausgefeilten Kommunikationsstrategien verschieben die radikalen Rechten die Grenzen des Sagbaren und Machbaren immer weiter von der politischen Mitte nach rechts. Ihr Erfolg zeigt sich insbesondere daran, dass die "Brandmauer" traditioneller konservativer Parteien bröckelt und radikalisierte Konservative Rhetorik und Politik von Extremisten übernehmen. Um diesem Frontalangriff einer "rechten Internationalen" auf liberale Gesellschaften zu begegnen, müssen auch die demokratischen Kräfte verstärkt in ihre transnationale Vernetzung investieren, sich über Strategien austauschen sowie gemeinsame Aktionen organisieren.
Rezensent Matthias Becker liest Thomas Grevens Buch über das weltweite Netz der radikalen Rechten mit Interesse. Der Autor zeigt Kooperationen auf, aber auch deren Schwierigkeiten und Interessenkonflikte, so Becker. Dass Trumps Regierung die AfD oder den französischen RN unterstützen, scheint Becker nach der Lektüre für ausgemacht zu halten. Das von Greven dargestellte Spektrum von Nationen, Parteien und Institutionen in diesem Netzwerk findet Becker erstaunlich weit. Das Buch erscheint ihm gründlich recherchiert, bei den Begriffsbildungen (z. B. "reaktionäre Revolutionäre") allerdings weniger überzeugend.
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