Thomas Fuchs

Das Gehirn - ein Beziehungsorgan

Eine phänomenologisch-ökologische Konzeption.
Cover: Das Gehirn - ein Beziehungsorgan
W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2008
ISBN 9783170192911
Gebunden, 324 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aktuelle neurobiologische Konzeptionen von Geist und Gehirn tendieren zu einer reduktionistischen Auffassung von Subjektivität als einem bloßen Konstrukt des Gehirns. Dem wird eine 'ökologische' Sichtweise gegenübergestellt, die das Gehirn in die kreisförmigen Beziehungen von Organismus und Umwelt einbettet. Da die Interaktion insbesondere mit der sozialen Umwelt auch die Mikrostruktur des Gehirns fortlaufend verändert, ist es als gleichermaßen biologisch, sozial und geschichtlich geprägtes Organ anzusehen. In diesem Buch wird eine Konzeption auf philosophischer, neurobiologischer und entwicklungspsychologischer Basis entwickelt und Konsequenzen für das Verständnis und die Therapie von psychischen Krankheiten abgeleitet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.2009

Das befreiende Wort in der neurowissenschaftlichen Debatte hierzulande: hier ist es! Den Rezensenten Michael Pawlik überrascht der Psychiater und Philosoph Thomas Fuchs mit einem fesselnden aristotelischen Denkstil, der das Entweder-Oder der Neurowissenschaften zwischen cartesianischem Ich und "handelndem" Gehirn als problematisch kennzeichnet. Und auch über die eigentliche Rolle des Gehirns wird der Rezensent in diesem Band glaubhaft informiert. Fuchs' Funktionsanalyse zeigt es als für sich genommen zwar totes, durch unser Fühlen, Denken und Handeln jedoch vielfältig (sozial, kulturell, historisch) geprägtes "Organ der Möglichkeiten".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.04.2009

Mit großem Interesse hat Rezensent Mathias Greffrath dieses Buch des Heidelberger Psychiaters und Medizinhistorikers gelesen, das seinen Informationen zufolge die experimentelle Gehirnforschung einer "psychologisch und phänomenologischen Methodenkritik" unterwirft und ihr den Anspruch streitig macht, zur Leitwissenschaft vom Menschen zu werden. Denn aus Sicht von Thomas Fuchs sei sie mitnichten in der Lage, einen komplexen Bewusstseins- und Subjektbegriff abzudecken. Zwar seien einzelne Argumente nicht neu, doch der spannende Kern des Buches ist für den Rezensenten, das Fuchs grundsätzlich bestreitet, dass man via Untersuchung einzelner Gehirnbereiche zu einer Theorie des Bewusstseins oder gar zu einem Menschenbild gelangen könne und er den wissenschaftlichen Blick auf das menschliche Zentralorgan lebensweltlich erweitert hat.
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