Thomas Darnstädt

Verschlusssache Karlsruhe

Die internen Akten des Bundesverfassungsgerichts
Cover: Verschlusssache Karlsruhe
Piper Verlag, München 2018
ISBN 9783492058759
Gebunden, 416 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Die Archive des Bundesverfassungsgerichts waren so verschlossen wie die des Vatikans. Nun endlich sind die alten Akten der großen Prozesse um die junge Demokratie des Grundgesetzes zugänglich. Die Karlsruher Papiere illustrieren, wie hinter den Kulissen um die Grundwerte der neuen Verfassung gerungen wurde - und wie auf den Trümmern eines Staates, der von Rassenhass und Kriegsgeschrei geprägt war, eine freiheitliche Gesellschaft entstehen konnte, die sich der Menschenwürde und dem Frieden verschrieben hat. Nach Sichtung hunderter Akten zeigt Thomas Darnstädt anhand der Debatten um Parteiverbote, Schwangerschaftsabbruch oder Gleichberechtigung und um Polit-Intrigen wie der Spiegel-Affäre oder dem Adenauer-Fernsehen, wie die Richter in Karlsruhe die Weichen in die Zukunft Deutschlands stellten.  

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.11.2018

Begeistert bespricht Rolf Lamprecht, ein Veteran der Berichterstattung aus Karlsruhe, den vorliegenden Band, in dem der Autor den Umstand nutzte, dass die Geheimhaltung von Akten des Bundesverfassungsgerichts zumindest für die frühen Jahre langsam ausläuft. Fasziniert verfolgt Lamprecht, wie die Richter lernten, "das Ungeschriebene herauszulesen". Noch gab es für die frischen Gesetze der Bundesrepublik ja keine Präzedenzfälle. Einige berühmte Entscheidungen des Bundesverfassungsgericht werden so mit ganz neuen Informationen - darunter handschriftlichen Notizen der Richter - beleuchtet, so Lamprecht. Ein weiteres Kapitel widmet sich den Abtreibungsurteilen von 1975 und 1993, zu denen noch keine geheimen Akten vorliegen, zu denen der Autor aber ein gewichtiges Wort zu sagen habe. Insgesamt erweist sich das BVG laut Lamprecht auch nach Lekture der Geheimpapiere als verlässlicher Garant der Demokratie in Deutschland.
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