Die Schande einer unehelichen Geburt, die Alltagssorgen der Mutter und ihr ständiger Vorwurf: Du hast mein Leben zerstört! überschatten Thomas Bernhards Kindheitsjahre. Ein wahres Martyrium begann mit dem Eintritt in die Schule, in der sich der begabte Junge von Anfang an langweilte. es waren Jahre fern der Idylle, wenn auch nicht ohne Augenblicke des Hochgefühls. Und es war die Zeit des Nationalsozialismus und des Krieges.
Als Mittel gegen das in Mode gekommene Argument, Thomas Bernhard habe dazu beigetragen, dass die Welt ein falsches Bild von Österreich bekommen habe, scheint Franz Schuh die Lektüre der nunmehr in der 16. Auflage erschienenen Autobiographie zu empfehlen. "Ein selbständiges Meisterwerk" nennt er es, das "in Bernhards Vorstellungswelt am allerbesten einführt." Darüber hinaus erkennt Schuh in dem Buch "eine klassische Utopie des Subjekts," weil es zeigt, dass man wird, wer man ist, indem "man sich als einer durchsetzt, der gerade wegen seiner Abweichungen vom Konventionellen anerkannt wird."
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