Klappentext

15 CDs mit 1122 Minuten Laufzeit. Gelesen von Ulrich Matthes, Wolfram Berger, Peter Simonischek, Burghart Klaußner und Gerd Voss. Sie sind der Schlüssel zum Werk von Thomas Bernhard. Sie kehren sein Innerstes nach außen. Kein Text, der intimer, berührender ist als die fünf zwischen 1975 und 1982 geschriebenen Erzählungen, in denen der Autor seine traumatischen Kindheits und Jugenderinnerungen beschreibt. In gnadenloser Diktion erzählt er von der Schande seiner unehelichen Geburt, vom Verstoß durch die Mutter und von Aufenthalten in nationalsozialistischen Erziehungsheimen. Seine schwere Tuberkuloseerkrankung bringt ihn an den Rand des Todes. Doch er entscheidet sich für das Leben. Fünf berührende Erzählungen, gelesen von fünf der besten deutschsprachigen Schauspieler.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.01.2011

Rezensent Alexander Cammann ist ergriffen: dieses Hörbuch rührt an jedermanns "seelische Existenzgrundlage". Das liegt nicht nur an dem unvergleichlichen Thomas Bernhard, so Cammann, sondern auch an den hervorragenden Lesern der fünf autobiografischen Schriften: Ulrich Matthes, Peter Simonischek, Wolfram Berger, Burghart Klaußner und Gert Voss. Jedem einzelnen zollt Cammann in seiner Kritik Tribut. Allen zusammen gelingt es, die Ursprünge von Bernhards Obsessionen auszuleuchten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.10.2010

Alexander Kissler hat es keinerlei Mühe bereitet, sich durch 1122 Minuten Bernhard'sche Prosa zu hören, gibt diese doch "ihren verzehrenden Kern erst vollends preis, wenn sie laut und beharrlich gelesen wird". Am Mikrofon standen fünf Meister, die jeweils einen Band der "Autobiographischen Schriften" eingesprochen haben, beginnend mit der unterkühlten Rezitation von Ulrich Matthes aus "Die Ursache - Eine Andeutung". Der Stab geht weiter an Peter Simonischek, der es versteht, den Lehrjahren "Im Keller" eine schnelle, unmittelbare und weniger artifizielle Stimme zu geben. Abgelöst von Wolfram Bergers "privat wirkender Diktion" geraten die drastischen Schilderungen von Bernhards Tuberkuloseinfektion und der quälenden Behandlung in "Der Atem - Eine Entscheidung" geradezu aufreizend nachlässig. Für größtmögliche Distinktion und Zweifel sorgt dann wieder Burghart Klaußner, der in "Die Kälte - Eine Isolation" die Silben effektvoll einzeln auseinander nimmt. Gert Voss übernimmt abschließend in "Ein Kind" die Rolle des "Zirkuspferds" und "liest, wie heute kaum jemand liest, mit Grandezza und Aplomb", so der  Rezensent, der den epochalen Aufnahmen hingerissen gelauscht hat.
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