Herausgegeben und kommentiert von Rainer Marwedel. Dieses Verbindungsstück zu den vorherigen Kleinen Schriften zeigt die enorme Bandbreite an Themen, die Theodor Lessing in gewohnter Art spielerisch und dabei trotzdem tiefschürfend behandelt.In diesem neuen Band der Theodor Lessing-Edition sind sämtliche kleinen Schriften aus dem Jahr 1924 enthalten. Dazu zählen Texte, die den gesellschaftlichen Umgang thematisieren, darunter eine Anzahl von Texten, die später von Lessing in dem Band "Meine Tiere" (1926) zusammengefasst worden sind, kulturphilosophische Reflexionen, wie auch die gesamten Artikel und Aufsätze zum Phänomen Fritz Haarmann, einem der berüchtigsten Serienmörder Deutschlands, mit entlegenen Texten zu diesem Themenkreis. Alle Beiträge eint das Oberthema "Natur und Ethik". Am Beispiel von Albert Schweitzers Ethik, dessen oberster Imperativ der Sittlichkeit "Alles Leben ist heilig" lautet, entwickelt Lessing seine Gegenposition, indem er die provokante These aufgestellt: "Wer das Leben schlechthin zum Oberwert der Ethik macht, der verneint alle Ethik schlechthin." Der Band enthält auch einige erzählerische Versuche Lessings, die man als moralische Experimentierstücke bezeichnen könnte.
Rezensent und Historiker Rudolf Walther begrüßt den neuen Band mit Artikeln von Theodor Lessing. Vor allem hebt er die ungemeine editorische Leistung des Herausgebers Rainer Marwedel hervor, der mit seiner Frau, der Bibliothekarin Renate Bruhns, unermüdlich und "aufopferungsvoll" (bis hin zum Verbraten privater Rücklagen) gegen das Vergessen des deutschen Philosophen und Journalisten anarbeite: Die thematisch sehr breit angelegten Essays so zu kommentieren, wie Marwedel das hier tue, zeuge von einer "stupenden Kenntnis" des gesamten Werks Lessings; eine "Meisterleistung", applaudiert Walther. Und auch inhaltlich seien die zusammengetragenen Texte äußerst lesenswert: nach dem Verlust seines Amts als Philosophie-Professor und vor der Flucht vor den Nazis 1933 schrieb der jüdische Pazifist über "so ziemlich alles, was sich [...] journalistisch unterbringen ließ", vor allem aber über den Serienmörder Fritz Haarmann und seine "raubtierähnliche" Tötungsmethode, oder über das Tierreich, wovon er zum Teil "gewagte" Analogien zur Menschenwelt ziehe, so Walther. Den Titel des Bandes findet der Kritiker da passend gewählt.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Dörte Hansen: Broder Broder Bahnsen wollte nie etwas anderes als Bauer werden, Nachfolger seines Vaters, der ihm den "Kuhverstand" vererbt hat, das Gespür für Tiere. Aber den Hof bekommt sein…