Teresa Präauer

Oh Schimmi

Roman
Cover: Oh Schimmi
Wallstein Verlag, Göttingen 2016
ISBN 9783835318731
Gebunden, 204 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Wie kann einer sich bloß derart zum Affen machen und so blöd anstellen beim Zappen durchs Fernsehprogramm und auf seinen Wegen durch die Bars und Nagelstudios der Großstadt? Ständig auf der Suche nach der nächsten Liebe, meistens im falschen Moment unterbrochen vom Handyläuten der eigenen Mutter. Teresa Präauers Buch zeigt, dass Anbaggern oder Aufreißen noch immer eine sportliche Disziplin ist, die aus kopulierenden Wörtern gemacht ist.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.09.2016

Rezensent Alexander Cammann flaniert mit Teresa Präauer für seine Besprechung ihres neuen Romans "Oh Schimmi" durch Wien - und stimmt erwartungsgemäß eine Hymne an: Dass sich die Autorin vom "Inhaltismus" der Gegenwartsliteratur verabschiedet, stattdessen die sprachliche Freiheit und den Exzess feiert und "verrückt und verstörend" zwischen Tragik und Komik mäandert, findet der Kritiker schlicht brillant. Er folgt hier dem zwischen Genialität und Unterbelichtung pendelnden, wenig sympathischen Ich-Erzähler Schimmi, der eingesperrt von seiner Mutter im gemeinsamen Apartment, seine Tage mit Tierfilmen und Sex-Hotlines verbringt, wenn er nicht gerade Ausbruchsversuche in einem Affenkostüm unternimmt. Wenn Präauer ihren eigensinnigen Helden in einem endlosen inneren Monolog losplaudern lässt, Jugendslang, Wissenschaftsjargon, Hip-Hop-Einlagen und Wortneuschöpfungen rhythmisch durchmischt, vernimmt Cammann gar das "Grundrauschen dieses bizarren 21. Jahrhunderts".
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