Tanja Paar

Die Unversehrten

Roman
Cover: Die Unversehrten
Haymon Verlag, Innsbruck 2018
ISBN 9783709934166
Gebunden, 160 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Violenta lernt Martin während ihres Studiums kennen. Sie führen über mehrere Jahre eine Fernbezihung zwischen Berlin und Bologna. Dass er ihr nicht treu ist, stört sie nicht, solange es nur um Sex geht. Doch da kommt Klara ins Spiel. Martin trifft sie öfters und da passiert es: Klara ist schwanger. Sie beschließt, das Kind zu behalten, womit auch Martins Lebensweg vorgezeichnet scheint. Violenta geht nach Genf, um die Karriere voranzutreiben, während in Berlin der bittersüße Familienalltag einkehrt. Bis eines Tages Violenta wieder auftaucht - und das Leben aller schlagartig ein anderes ist.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.05.2018

Gespannt hat Rezensent Carsten Otte verfolgt, wie die Österreicherin Tanja Paar in ihrem Romandebüt "Die Unversehrten" eine Dreiecksgeschichte eskalieren lässt. Paars Protagonist Martin hat Violenta am Beginn seines Berufslebens verlassen, weil eine seiner Affären von ihm schwanger wurde. Zehn Jahre später aber taucht Vio wieder auf, um Martin mit allen Mitteln zurückzugewinnen, fasst Otte zusammen. In seinen Augen leuchtet die Autorin den Kontrast, der sich zwischen den früheren Idealen von einer Beziehung mit Freiräumen und dem späteren unerbittlichen Kampf um Besitzansprüche auftut, gnadenlos aus. Sowohl den Grundkonflikt als auch die knappen, kühlen Sätze, in denen er aus der Perspektive der drei Hauptfiguren präsentiert wird, empfand der Rezensent als erfrischend aktuell und unkonventionell. Obwohl das rasant erzählte Beziehungsdrama laut ihm in "eine Tragödie von nahezu antikem Ausmaß" mündet, haben "Die Unversehrten" Otte gut unterhalten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2018

Jan Wiele graut vor der "bösen Banalität" in Tanja Paars Romandebüt. Wie die Autorin ohne jegliche literarische Überhöhung des Geschehens und unter Verzicht auf sprachliche Feinheiten wie in Drehbuchform von einer Beziehungskatastrophe erzählt, schrammt zwar immer knapp am Klischee vorbei, meint Wiele, hat aber auch dunklen Witz und den Horror eines Films von Nicolas Roeg. Am Ende wird Wiele auch noch mit einem Bezug zum Medea-Stoff überrascht.

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