Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger. Im Chaos des Krieges in Bangladesch muss jeder wählen, zu welcher Seite er gehören will. Rehana Haque hat zunächst nur ein Ziel: ihre Kinder zu retten. Und schließlich muß auch sie eine schwere Entscheidung treffen. Dhaka, Ostpakistan, am Vorabend des Unabhängigkeitskrieges. Rehana Haque ist glücklich: Wie jedes Jahr feiert sie die Rückkehr ihrer Kinder Maja und Sohail, die sie nach dem Tod ihres Mannes zu verlieren fürchtete. Im Garten ihres Hauses blühen die Rosen, ihr Spezialgericht Biryani ist gelungen, die Kinder, bald erwachsen, sind noch immer der Mittelpunkt ihres Lebens und erwidern die Liebe der Mutter respektvoll und zärtlich. Doch in der Stadt brodelt es. Der bengalische Oppositionsführer Mujib hat die Wahl gewonnen, aber die pakistanische Regierung weigert sich, ihn anzuerkennen. Aufruhr liegt in der Luft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.09.2010
Für Sabine Berking hält die Autorin in ihrem Debütroman viel zu lange hinterm Berg mit der Wahrheit: An Pakistans Unabhängigkeit klebt das Blut der bengalischen Bevölkerung. Von einem Genozid erfährt die Rezensentin in diesem Buch kaum etwas. Dafür wird die autobiografisch geerdete Geschichte einer Familie für Berkings Dafürhalten etwas zu langatmig und konventionell erzählt. Immer wieder ahnt Berking zwischen den Zeilen die Grausamkeiten des Völkermords, wird von Tahmima Anam aber allenfalls rudimentär damit konfrontiert, so als handele es sich um ein Geheimnis. Das sich breit machende Gefühl der Schalheit schreibt die Rezensentin zwar auch der "etwas spröden" Übersetzung zu, wesentlich für dieses Urteil aber ist die Vermutung, der historische Stoff hätte mehr zu bieten gehabt.
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