Aus dem Alt-Griechischen, kommentiert und mit einem Anhang von Werner Golder. Das "Lob der Kahlheit "des Synesios von Kyrene ist eine verborgene Perle der griechischen Literatur. Die Lektüre verspricht gepflegte Unterhaltung für alle, die es wagen, sich auf spätantike Dialektik einzulassen, und spendet jenen, die wie Synesios unter frühem Haarausfall zu leiden haben, Trost in mehr als homöopathischer Dosis.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.08.2007
Erfreut zeigt sich Rezensent Johann Schloemann über diese zweisprachige Ausgabe des "Lobs der Kahlheit" des Synesios von Kyrene. Er würdigt den Autor, einen neuplatonischen Dichter und Denker, der im Jahr 410 zum Bischof der nordafrikanischen Hafenstadt Ptolemais ernannt wurde, als "originellen und lebensfrohen Kopf", der leider unter frühem Haarausfall zu leiden hatte, was der damaligen Medizin als Zeichen diverser Erkrankungen, auch des Geistes, galt. Doch Synesios verzagte zur Freude des Rezensenten keineswegs, sondern verfasste vorliegende Schrift, die eine Fülle von suggestiv vorgetragenen philosophisch und literaturgeschichtlich fundierten Argumenten zugunsten der Kahlköpfigkeit bietet. Schloemann findet hier nicht nur Platons Diktum wieder, Haare sprächen keineswegs für Weisheit, sondern auch gewagte Beweisführungen, wonach der Glatzkopf das göttlichste Lebewesen auf der Erde und Gott selbst kahlköpfig sei und es keine "behaarten Sterne" gebe. Lobend äußert er sich auch über die Übersetzung, das aufschlussreiche Nachwort und den Kommentar von Werner Golder.
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