Aus dem Französischen von Nicola Denis. Am 15. April 2019 brannte das historische Herz Frankreichs, als Notre-Dame de Paris in Flammen aufging. Sylvain Tesson kannte die weltberühmte Kathedrale, die jedes Jahr von bis zu 14 Millionen Menschen besichtigt wird, wie kein anderer: Gemeinsam mit einer Akrobatentruppe erklomm er des Nachts ihre Fassade, unternahm wilde Eskapaden bis zum Glockenturm, von wo aus Paris ihnen zu Füßen lag und sie Gedichte von Charles Péguy rezitierten. Notre-Dame war es, die ihm im Jahr 2015 wieder auf die Beine half, nachdem er von einem Dach gestürzt war und sich Rippen, Wirbel und Schädel gebrochen hatte. Täglich stieg er die 387 Stufen in den Südturm hinauf, wo er, der sich nun selbst wie ein Quasimodo fühlte, bei den Wasserspeiern Trost fand. In der "Nacht des Scheiterhaufens" erinnert sich Tesson an seine Erfahrungen mit 'Unserer Lieben Frau von Paris' und wirft einen kritischen Blick auf den blinden Umgang Frankreichs mit seiner eigenen Geschichte.
Rezensentin Sigrid Brinkmann liest Sylvain Tessons Buch als Liebeserklärung an Notre-Dame und Plädoyer für ein langsameres Sehen. Dem Bericht des Autors von seinen Streifzügen über die Dächer von Paris und die Türme von Notre-Dame kann Brinkmann nicht nur Schwindel abgewinnen. Da der Autor sich 2014 bei einem Sturz vom Dach schwer verletzte und auch angesichts des Brands von 2019, wird sein Text auch zu einer Kontemplation menschlicher Überheblichkeit und des Werts kultureller Verluste, erklärt die Rezensentin.
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