Banine

Liebe ist Dir verboten

Ernst Jünger und ich
Cover: Liebe ist Dir verboten
Friedenauer Presse, Berlin 2026
ISBN 9783751880633
Gebunden, 300 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben und aus dem Französischen von Alexander Pschera. Die französische Schriftstellerin Banine lernte Ernst Jünger im besetzten Paris kennen und verliebte sich unsterblich in ihn. Auch Jünger fühlte sich zu ihr hingezogen, hatte jedoch eine Frau und zwei Söhne und wahrte seinen Abstand. Über diese meist unerwiderte Liebe, die sie ihr ganzes Leben verfolgte, führte Banine ein Tagebuch, das erst jetzt an die Öffentlichkeit gelangte. In diesen Aufzeichnungen beschreibt sie Ernst Jünger aus nächster Nähe und bringt viele seiner Eigenheiten ans Licht, die bis heute im Dunkeln lagen. Sie enthüllt Jüngers Verhältnis zum französischen Widerstand sowie zu dem umstrittenen Autor Louis-Ferdinand Céline, sie beleuchtet seine kritische Haltung gegenüber den Nationalsozialisten und gibt Einblick in das Leben, dem Jüngers Literatur entsprang: So ist Banines detaillierte Darstellung der gemeinsam an der Côte d'Azur verbrachten Tage die biografische Folie, vor der Jüngers Reiseessay 'Ein Vormittag in Antibes' gelesen werden muss. Doch Liebe ist Dir verboten ist nicht nur ein unschätzbar wertvolles Dokument für die Jünger-Forschung - es eröffnet uns auch die reiche Gefühlswelt einer Autorin, die es in Deutschland erst noch richtig zu entdecken gilt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 07.04.2026

Rezensent Jörg Magenau findet einiges von Interesse in dieser posthumen Veröffentlichung Banines. Banine, die tatsächlich Umm-El-Banine Assadoulaeff hieß, schreibt darin über ihre lange, verzweifelte Liebe zu Ernst Jünger, die in den 1940er Jahren aufblüht, aber weitgehend unerfüllt bleibt. Vor allem, weil der kühle Jünger sich nicht auf Banines Begehren einlassen möchte - ihre Hingabe aber gleichwohl genießt. Banine hatte zu Lebzeiten bereits mehrere Bücher über Jünger geschrieben, die Tiefe ihrer eigenen Liebesverzweiflung hatte sie jedoch einem unveröffentlichten Manuskript vorbehalten, das nun hier, editiert und klug kommentiert von Jünger-Kenner Alexander Pschera, vorliegt. Jünger kommt darin, stellt Magenau klar, alles andere als sympathisch rüber, wobei manchmal auch eine überraschend verletzliche, zärtliche Seite des deutschen Literaten sichtbar wird. Insgesamt liest Magenau ein interessantes, vielschichtiges Buch über die Liebe und deren Abgründe.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2026

Für Rezensent Michael Martens ist dieses Buch über die unerwiderte Liebe der französischen Schriftstellerin Banine zu Ernst Jünger ein Beweis für die Unbedingtheit von Gefühlen. Da der Band von Jünger-Kenner Alexander Pschera besorgt wurde, entdeckt Martens neben allerhand sogar noch unbekannter Jüngeriana vor allem eine aufwühlende, mitreißende Geschichte über die Liebe, komisch und traurig zugleich, wie er anmerkt. Dass Banine wunderbar beobachten und schreiben konnte, belegen ihre Aufzeichnungen, die laut Martens Anklage und Beichte sind und einige Passagen in Jüngers Werk zumindest in Frage stellen, so etwa die Beschreibung eines Treppenhauses, das Jünger auf mythische Art und Weise beschreibt, und das bei Banine allen Glanz verliert und nach Kohl stinkt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.03.2026

Fasziniert liest Rezensent Paul Jandl Umm-el-Banine Assadoulaeffs Buch über Ernst Jünger. Banine, die den Schriftsteller in Paris kennenlernt, war Jüngers Geliebte, oder zumindest ein bisschen. Allzu viel lief da wohl nicht, lernt man aus diesem von Alexander Pschera aus Banines Nachlass kompilierten intimen Memoirs, vor allem war die Sache schrecklich einseitig: Die Aserbaidschanerin Banine himmelte Jünger an, der behandelte sie, ganz uniformierter Herrenmensch, kalt und herablassend, verwendete sie teils als Botin in der Korrespondenz mit einer anderen Geliebten. MeToo-tauglich sind Banines Notate sicher nicht, stellt Jandl klar, die Autorin durchläuft keinen Emanzipationsprozess, sondern bleibt durchweg die Jünger anhimmelnde Schwärmerin. Abschließend verweist der Jünger im Übrigen nicht allzu gewogene Rezensent auf ein paar schöne Details in Banines Erzählungen, die auf Momente verweisen, in denen der deutsche Stahlschriftseller kurzzeitig doch menschliche Schwächen zeigt.

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