Svenja Flaßpöhler

Gutes Gift

Über Eifersucht und Liebe
Cover: Gutes Gift
Artemis und Winkler Verlag, Düsseldorf 2008
ISBN 9783491421097
Gebunden, 170 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Braucht Leidenschaft Eifersucht? Liebe will Ausschließlichkeit traute Zweisamkeit, endet aber häufig in Alltagstrott und Langeweile. Leidenschaft gedeiht auf Umwegen, entsteht durch Hindernisse, muss auf die Probe gestellt und durch die richtige Dosis Eifersucht immer wieder neu entzündet werden. Svenja Flaßpöhler plädiert dafür, den Dritten in Beziehungen nicht als Bedrohung zu betrachten, sondern als fundamentale Komponente, die Begehren erst ermöglicht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.12.2008

Nicht erwärmen kann sich Rezensent Thomas Steinfeld für Svenja Flaßpöhlers Plädoyer für die Eifersucht. Deren These, Eifersucht sei nützlich, lasse sie doch die Geliebte oder den Geliebten nicht nur begehrenswerter erscheinen, sondern sorge auch dafür, dass sich die Liebe immer wieder behaupten und also erneuern müsse, kann er sich nicht anschließen. Er attestiert der Autorin Naivität und Durchtriebenheit gleichermaßen. Ihre Beschreibungen "erotischer Standardszenen" wirken auf ihn geradezu trivial. Er fühlt sich dadurch unangenehm berührt. Auch die Beispiele aus der Kultur- und Geistesgeschichte von Platon über Goethe und Hegel bis Frisch, mit denen die Philosophin ihre Thesen zu untermauern sucht, überzeugen Steinfeld nicht, zumal er das meiste schlicht für falsch hält. Sein Urteil über das Buch: ein "virtuoses Plädoyer für den faulen Kompromiss, den fortlaufenden Verrat am anderen, den Betrug an sich selbst".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.12.2008

Die Rezensentin Elke Buhr findet den Blickwinkel, mit dem sich Autorin und Philosophin Svenja Flaßpöhler dem Thema Eifersucht nähert, recht inspirierend. Ihre mit "Belegen aus Philosophie und Literaturgeschichte" gefütterte These, dass zwei Personen eine dritte brauchen - zumindest als theoretische Idee -, so dass man sich immer wieder aufs Neue füreinander entscheiden kann, damit die Leidenschaft nicht erlischt, belegt sie überzeugend: "Die begehrlichen Blicke der anderen sind Wegweiser für die eigenen Wünsche." Besonders spannend findet Buhr Flaßpöhlers Ausführungen, wenn sie Veränderungen im Geschlechterverhältnis nachforscht. Die Rezensentin findet, Flaßpöhler gelingt eine ideale Balance zwischen einem analytischen und einem mitfühlenden Blick auf ihr Thema. So kippt ihr Buch weder in Richtung "Psycho-Ratgeber" noch wird es zur "hochphilosophischen Abhandlung".
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