Svenja Flaßpöhler

Der Wille zur Lust

Pornografie und das moderne Subjekt
Cover: Der Wille zur Lust
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783593383316
Kartoniert, 259 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Mit der Moderne entstand eine Pornografie, die allein der Erregung diente. Erstmals äußerte sich dieser Wille zur Lust in den Schriften des Marquis de Sade. Seitdem ist die Pornografie in viele Bereiche des Alltags vorgedrungen und zu einem prägenden Element westlicher Kultur geworden. Svenja Flaßpöhler zeichnet diese Entwicklung nach und erläutert schließlich, warum insbesondere der Film geeignet ist, unser Bedürfnis nach selbstgenügsamer Erregung zu stillen. Die bewegten Bilder zeigen uns etwas vermeintlich "Reales", etwas, das die Schrift nur als Abwesendes zu bezeichnen vermag und sie erregen uns fast wie auf Knopfdruck. Damit werden wir zu Lustmaschinen, die sich selbst genügen und den Anderen nicht mehr brauchen, um Befriedigung zu erlangen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.03.2007

Nach reichlich Philosophiegeschichte von Hegel bis Foucault gelangt Svenja Flaßpöhler in ihrer Studie zu der Erkenntnis, Sex sei wesentlich von Pornografie zu unterscheiden, berichtet Rezensentin Britta Voss und begrüßt diese häufig übersehene Distinktion, nach der Sex für die Phantasie Spielräume, und Foucault zufolge sogar für den "Willen zur Wahrheit", lasse, Pornografie hingegen auf reine Stimulanz ziele. Letztere trägt für die Autorin wegen der dargestellten irrealen Dauergeilheit utopischen Charakter wie schon beim Marquis de Sade. Dieser philosophischen Adelung mag die Rezensentin nicht uneingeschränkt zustimmen und erinnert an Gewalt verherrlichende Pornografie und generell an das transportierte Frauenbild. Hier nur auf das Verbot von Gewaltdarstellung zu pochen, wie es die Autorin mache, reicht der Rezensentin nicht, denn irgendwie habe das doch sehr wahrscheinlich Einfluss auf unser menschliches Miteinander.

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