Viele Menschen fürchten sich vor einer grenzenlosen medizinischen Behandlung am Ende ihres Lebens. Dabei wird übersehen: Einschränkungen etwa lebenserhaltender Maßnahmen gehören längst zur Routine des ärztlichen Alltags. Doch wer soll entscheiden? Stephan Sahm beleuchtet Fragen der Sterbebegleitung, konfrontiert die rechtliche Sicht mit der modernen Medizinethik, zeigt Widersprüche in der Rechtsprechung auf und verbindet seine Analyse mit einer Kritik an der aktiven Sterbehilfe. Besonders das Instrument der Patientenverfügung unterzieht er dabei einer genaueren Betrachtung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.03.2007
Sensationell findet Petra Gehring, was in diesem Buch steckt. Erstaunliches entdeckt sie allerdings vor allem im zweiten, die Ergebnisse einer empirischen Studie zum Instrument der Patientenverfügung darlegenden Teil des Buches von Stephan Sahm, während der erste, sich allgemein mit dem Thema Sterbehilfe auseinandersetzende Teil der Rezensentin Kopfschmerzen bereitet. Die hier vom Autor vertretene medizinethische Position steht für sie im Widerspruch zu den im ersten Teil formulierten Zielen eines "in dubio pro vita" bei der Patientenverfügung. Dem in "differenziert" dargestellten, doch "nicht repräsentativen" Meinungsumfragen ermittelten Wunsch des Patienten nach Behandlung werde durch die Trennung des "Tötungsproblems" vom Berufsethos des Arztes quasi der Boden entzogen.
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