Sten Nadolny

Er oder Ich

Roman
Cover: Er oder Ich
Piper Verlag, München 1999
ISBN 9783492041652
gebunden, 264 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Ole Reuter, alt gewordener Stratege, Humorist und Melancholiker, nimmt sich einen Monat Auszeit: Er reist erneut mit einer Netzkarte der Bahn durch die nun weiter gewordene Republik, um zum früheren Lebensgefühl zurückzufinden. Aber diesmal begleitet ihn auf Schritt und Tritt ein kühl analysierendes Alter ego, und mit der Trägheit ist es schnell vorbei.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999

Eberhard Rathgeb scheint etwas ratlos und schildert Nadolnys neuen Roman als eine Art Zwiegespräch zwischen dem heutigen Autor und seiner Hauptfigur aus seinem ersten Roman "Die Entdeckung der Langsamkeit", der ihn 1983 berühmt machte. Wieder fährt Ole Reuter Zug, aber irgendwann, so Rathgeb, falle Nadolny zu seiner Figur einfach nichts mehr ein. Eine Selbstsuche, die offensichtlich nicht in einer Selbstfindung endet.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999

Auch wenn die Figur des "Ole Reuter" aus Nadolnys Debütroman "Netzkarte" wieder - wenn auch um zwanzig Jahre gealtert - in Erscheinung tritt, so unterscheedet sich dieser Roman stilistisch doch deutlich von Nadolnys früherem Werk, meint Hanns-Josef Ortheil. Der Autor versuche, die Figur Ole Reuter neu zusammenzusetzen. Es sei keine Entdeckerfreude eines Reisenden mehr zu beobachten, stattdessen sei Reuter müde, von Wehwehchen geplagt und daher unfähig, Eindrücke von aussen aufzunehmen und zu geniessen. Aber dieser müde Reuter verdirbt Nadolny in den Augen des Rezensenten die Pointen. Ortheil meint, dass Nadolny verkrampft gegen seinen früheren Erzählstil anzukämpfen versuche. Leider werde der Leser Zeuge dieses Kampfes und auf Distanz gehalten. Allerdings wertet Ortheil dieses Buch als ein Buch des "Übergangs". Erst der nächste Roman werde zeigen, ob dieser Kampf Nadolnys Früchte trage.
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