Weniger als 25 Jahre geben Wissenschaftler*innen ihm noch, dann wird es so weit sein: Bis 2050 wird das Eis der Arktis mindestens einmal im Sommer vollständig abgeschmolzen sein, und unser Planet, den Generationen nur mit von Eis bedeckten Polkappen kennen, wird sich für immer verändern. Welche Folgen wird das Schwinden des Eises für die Menschheit haben? Wie wirkt es sich auf unser Wetter, die Meere und das Ökosystem der Polarregionen aus? Stefanie Arndt erzählt von den tiefgreifenden Veränderungen, die sie auf ihren Expeditionen beobachten konnte, von ihrer Arbeit als Polarforscherin und von der zarten Schönheit eines schwindenden Lebensraums. Was so fern scheint, rückt dabei ganz nahe: Können wir die unumkehrbaren Auswirkungen, die ein Abschmelzen der Polkappen nach sich zöge, noch aufhalten?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2022
Rezensent Kai Spanke gefällt, dass Stefanie Arndt in ihrem Buch über das Schwinden des Meereises an Nord- und Südpol auf den sonst oft herangezogenen "Gängelungston" verzichtet. Stattdessen erörtere die Meereisphysikerin überwiegend nüchtern - obwohl auch hier ganz Trend-gemäß ein paar erzählerische Ausflüge in persönliche Erfahrungen der Autorin anscheinend nicht fehlen dürfen, wie der Kritiker seufzend in Kauf nimmt - die Wirkmechanismen rund um Meereisschwund, unserem täglichen Konsumverhalten und dem Klimawandel. So lernt Spanke etwa, dass die ansteigenden Temperaturen den Niederschlag in den Polargebieten fördern, was zu einer Schneedecke auf dem Eis und in der Logik des Treibhauseffekts wiederum zu noch höheren Temperaturen führt; oder auch, dass der Jetstream, der starke und kalte Wind, durch den Klimawandel an Kraft einbüßt und den Wechsel von Hochs und Tiefs in unseren Breitengraden verlangsamt, sodass immer öfter lange Hitze- oder Kältephasen vorkommen. Ein sehr informatives, vor allem in seinen wissenschaftlichen Passagen sehr "stilsicheres" Buch, lobt der Kritiker.
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