Das Buch zum ZDF -Film: Die Spurensuche des Sohns eines Widerstandskämpfers. "Rote Kapelle" nannte Hitlers Gestapo eine der größten Widerstandsorganisationen, die gegen den Nationalsozialismus kämpfte. Zu der Gruppe, die im Kalten Krieg als sowjetisches Spionagenetz diffamiert wurde, gehörten Arbeiter genau so wie Aristokraten; sie versammelte neben Sozialisten und Kommunisten auch Christen und Liberale. In Berlin beteiligte sich der Musiker Helmut Roloff an der Untergrundarbeit. Im Herbst 1942 konnte die Gestapo die "Rote Kapelle" zerschlagen, viele ihrer Mitglieder wurden in Plötzensee grausam ermordet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 31.01.2003
Ein sehr interessantes und auch notwendiges Buch ist diese Arbeit über die Rote Kapelle, einer oft missverstandenen und von verschiedenen Seiten instrumentalisierten Widerstandsgruppe im Dritten Reich. Der Maler und Filmemacher Stefan Roloff hat sich dabei auf die Lebensgeschichte seines Vaters konzentriert, der ein Mitglied dieser sehr heterogenen Gruppe war, erklärt Rezensentin Elke Schubert. Zudem habe sich Roloff an der Arbeit von Gilles Perault orientiert, der in den 1960er Jahren schon einmal zur Roten Kapelle geforscht hat. Am interessanten und "erhellendsten" findet Schubert die Kapitel, die sich mit der Rezeption der Roten Kapelle in der Nachkriegszeit beschäftigen. Da wurde die Rote Kapelle als kommunistische Widerstandsgruppe vereinnahmt, was es für die Mitglieder der Gruppe zum Beispiel unmöglich machte, in die USA auszureisen. Vor diesem Hintergrund ist die "Entmystifizierung", die das Buch leistet, nach Meinung des Rezensenten notwendig, denn die Gruppe nehme durch "ihre Einzigartigkeit und Heterogenität, aber auch durch die Verkennung in der Nachkriegszeit einen Sonderstatus im Widerstand des 'Dritten Reiches' ein".
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