Stefan Rebenich

C.H. Beck 1763 - 2013

Der kulturwissenschaftliche Verlag und seine Geschichte
Cover: C.H. Beck 1763 - 2013
C. H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 9783406654008
Gebunden, 700 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Mit 60 Abbildungen im Text. In Leinen. Im September 1763 wird Carl Gottlob Beck Bürger der Freien Reichsstadt Nördlingen. Damals beginnt die Geschichte eines Verlags, der in seinen Verlegern und Programmen zu einem Spiegel deutscher Geistes- und Ereignisgeschichte wird. Stefan Rebenich beschreibt die Entwicklungen des Unternehmens von seinen Anfängen im schwäbisch-protestantischen Milieu zu einem der führenden geisteswissenschaftlichen Verlage der Gegenwart. Es wird deutlich, dass im Laufe der Jahrhunderte die Autoren und Werke, die bei C.H.Beck verlegt werden, die intellektuellen Entwicklungen Deutschlands abbilden. Dies gilt für die liberalen und nationalen Tendenzen während der ersten einhundertfünfzig Jahre des Verlags in König- und Kaiserreich, es gilt für die Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus, und es gilt für den zum Programm erhobenen Versuch der Aufarbeitung deutscher Geschichte seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.12.2013

Die vom Althistoriker Stefan Rebenich erarbeitete Geschichte des Bildungsverlages Beck gefällt Gangolf Hübinger in ihrer besonderen Hinwendung zu den kulturgeschichtlichen Aspekten eines Verlages und seines liberalen Profils. Die Wechselwirkungen von Markt, Verlagsinitiative und Politik sowie den Wandel der lesenden Öffentlichkeit vermag der Autor dem Rezensenten zu erschließen. Ferner gefällt Hübinger die dezent vorgetragene These des Autors vom kulturprotestantischen Mittelkurs des Verlages. Dass der Band die entscheidenden Persönlichkeiten der Verlagsgeschichte und ihr Wirken kritisch in den Blick nimmt und nicht zuletzt auch die Verlagspolitik während des Nationalsozialismus, ist dem Rezensenten wichtig. Bei letzterem Punkt scheint ihm allerdings weiterhin Aufklärungsbedarf zu bestehen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.09.2013

Nach immerhin 250 Jahren befindet sich der C. H. Beck Verlag noch immer in Familienhand, weiß Reinhard Wittmann, Honorarprofessor für Buchwissenschaft an der LMU München. Anlässlich dieses Jubiläums sind gleich zwei autorisierte Bücher über die Verlagsgeschichte erschienen. Eines davon, Stefan Rebenichs "C. H. Beck 1763-2013. Der kulturwissenschaftliche Verlag und seine Geschichte", bespricht der Rezensent umfangreich und wohlwollend, nicht zuletzt, weil der Ordinarius für Alte Geschichte in Bern sich auch ausgiebig mit den NS-Jahren beschäftigt, die von der Branche sonst gerne totgeschwiegen werden. Unproblematisch war diese Phase für den Beck Verlag nicht, verrät der Rezensent. So gründet etwa die heutige Marktdominanz des Verlags im juristischen Bereich unter anderem auf dem Kauf eines jüdischen Rechtsverlags zu unlauteren Konditionen, erklärt Wittmann. Spätestens seit der Übernahme Hans Dieter Becks 1970 hat der Verlag aber "neben der juristischen cash cow" auch sein geistes- und sozialwissenschaftliches Programm extrem gestärkt, weiß der Rezensent, und dieses symbolische Kapital trägt wohl auch zu der ungebrochenen Sympathie der Autoren, der Kritik und des Publikums bei, vermutet Wittmann.
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