Rheinfotografie ab 1846. 1846 legte der englische Fotopionier William Henry Fox Talbot bei seiner Reise mit dem Dampfschiff eine Übernachtungspause in Koblenz ein und nutzte die Zeit, um von der Ufermauer aus ein Bild zu machen - dies war die erste bekannte Aufnahme des Rheins. Hätte es an jenem Tag geregnet, wäre es wohl anders gekommen. So aber begann damals die unvergleichlich reiche Fotogeschichte des großen Flusses - die in diesem Band auf eindrucksvolle Weise dokumentiert wird. Die ersten Bilder zeigen noch die unangetastete Schönheit des romantischen Mittelrheintals vor der Industrialisierung. Dann folgen der große Brücken- und Hafenbau der boomenden Gründerzeitjahre, die Wirren der Rheinlandbesetzung, Kriegsverwüstung und Bonner Republik. Am Ende stehen die berühmten Fotokünstler an der Wende vom 20. Zum 21. Jahrhundert, Andreas Gursky und Axel Hütte. So spiegeln die rund 500 Abbildungen in Rhein. Eine Fotografiegeschichte nicht nur die Geschichte eines Flusses, sondern eines ganzen Landes - und der Fotografie selbst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2021
Rezensent Oliver Jungen schätzt die Priorisierung, die Helge Drafz vornimmt für seinen "üppigen" Bildband mit Fotos vom Rhein. Dass der Autor private Ablichtungen der professionellen Fotografie vorzieht, gefällt Jungen und leuchtet ihm unmittelbar ein, wenn er die lebendigen Badeszenen mit Nixen und Schiffern im Band betrachtet. Die versammelten Bilder, vom Herausgeber kommentiert und kulturhistorisch gerahmt, zeigen den Rhein laut Jungen mal ikonisch, mal aus politischer, mal aus künstlerischer Perspektive, als Sehnsuchtsort, Kulisse und Urlaubsziel.
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