Stefan aus dem Siepen

Das Seil

Roman
Cover: Das Seil
dtv, München 2012
ISBN 9783423249201
Kartoniert, 176 Seiten, 13,90 EUR

Klappentext

Ein abgelegenes, von Wäldern umschlossenes Dorf. Einige Bauern führen hier ein einsames und zufriedenes Dasein, das von Ereignissen kaum berührt wird. Eines Tages geschieht etwas vermeintlich Belangloses: Einer der Bauern findet auf einer Wiese am Dorfrand ein Seil. Er geht ihm nach, ein Stück in den Wald hinein, kann jedoch sein Ende nicht finden. Neugier verbreitet sich im Dorf, ein Dutzend Männer beschließt, in den Wald aufzubrechen, um das Rätsel des Seils zu lösen. Ihre Wanderung verwandelt sich in ein ebenso gefährliches wie bizarres Abenteuer: Das Ende des Seils kommt auch nach Stunden nicht in Sicht - und die Existenz des ganzen Dorfes steht auf dem Spiel.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.09.2012

Stefan aus dem Siepen ist nicht nur Diplomat im Auswärtigen Amt, informiert uns Gabriele von Arnim, sondern auch ein höchst eigenwilliger Schriftsteller mit einem besonderen Faible für Parabeln. So eine ist auch sein vorliegender dritter Roman "Das Seil". Ein Bauer stößt in einer nicht genauer definierten Welt und Zeit in einem Wald auf ein gespanntes Seil, er berichtet in seinem Dorf davon, und eine Gruppe von Männern macht sich auf zu ergründen, was es mit dem Seil auf sich habe, fasst die Rezensentin zusammen. Die Männer entfernen sich immer weiter von der Heimat, ihren Familien und der Verantwortung für ihre Felder, besessen von ihrer Mission folgen sie "körperlich versifft und seelisch zerfetzt" dem mysteriösen Seil. Dem Autor gelinge es vorzüglich, die Versuchung, die das Seil für die Bauern darstellt, sprachlich zu evozieren, und so folgt die Rezensentin fasziniert "dem Sog des Seils und des suggestiven Sprachklangs".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.07.2012

Gut hat Rezensent Peter Henning dieser Kurzroman des Diplomaten Stefan aus dem Siepen gefallen. Die Geschichte ist schnell erzählt: Eine Gruppe Bauern entdeckt ein Seil und folgt ihm neugierig in den Wald, um zu sehen, wo es endet. Offenbar endet es nie. Die Bauern geraten jedenfalls tiefer und tiefer in den Wald, fest überzeugt, der liebe Gott werde sie schon nicht enttäuschen. Auch das leere Dorf, auf das sie stoßen, kann sie nicht zur Umkehr bewegen. Besser, man kann auch mal loslassen, lernt Henning.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.06.2012

Am Anfang befürchtete Rezensent Christoph Bartmann noch, dieser Roman werde nach seinem gelungenen Anfang nicht das erzählerische Niveau halten können, doch konnte Bartmann aufatmen: Der Absturz blieb aus. Stefan von Siepen hat seine Geschichte in eine nicht näher bestimmte Vorzeit gelegt, in der ein unerklärliches Seil die männlichen Dorfbewohner dazu verleitet, ihm auf der Suche nach seinem anderen Ende in die Irre zu folgen, erklärt der Rezensent. In einer Sprache, die mal zupackend und altmodisch, mal mit "gemütlichen" Sätzen daherkommt, lässt der Autor das Unheimliche in die märchenhafte Heimeligkeit dringen, so Bartmann, den die versierte und effektvolle Erzählweise gänzlich in Bann gezogen hat.

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