Stanislaw Dwornyzkyj, Kateryna Michalizyna
Reaktoren explodieren nicht
Eine kurze Geschichte der Tschernobyl-Katastrophe (ab 12 Jahren)
Klappentext
Aus dem Ukrainischen von Claudia Dathe. Durchgehend illustriert. Tschernobyl ist nicht einfach nur eine Stadt oder ein Kernkraftwerk, sondern auch eine Sperrzone, eine Tragödie, ein Symbol und eine historische Erfahrung, die es wert ist, anerkannt zu werden. "Reaktoren explodieren nicht" erzählt allen ab zwölf Jahren, was damals geschah: klar, verständlich und zugleich vielschichtig.In Text und Bild machen die Autor*innen deutlich, wie Technik, Politik und Verantwortung ineinandergreifen - und warum Wissen und Erinnerung so wichtig sind. Ein Buch über Verantwortung und den Wert des menschlichen Lebens, das "Recht auf Wissen", Heldentum, totalitäre Regime und Ökologie.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 23.04.2026
Ein interessantes, allerdings nicht makelloses Jugendbuch legen Kateryna Michalizyna und Stanislaw Dwornyzkyi Rezensentin Dina Netz zufolge vor. Die beiden Autoren beschäftigen sich mit der Reaktorkatastrophe in Tschornobyl - so der ukrainische Name des Ortes, der bislang zumeist als Tschernobyl bekannt war. Die ukrainische Schreibweise ist kein Zufall: Auch die beiden Autoren dieses Buches kommen aus der Ukraine und sie wollen nicht nur an den damaligen Unfall erinnern, sondern auch die Unabhängigkeit der ukrainischen Nation demonstrieren. Das Buch, das auf die Vorgeschichte des Unglücks ebenso eingeht wie auf die schwierigen bis unmenschlichen Bedingungen, unter denen nach der Katastrophe Helfer in der Gegend arbeiten mussten, ist arbeitsteilig geschrieben: Michalizyna nähert sich Tschornobyl erzählerisch, indem sie den Ort selbst noch einmal aufsucht und ihre Eindrücke schildert. Dwornyzkyi hingegen liefert die technischen Fakten und geht dabei so sehr ins Detail, dass manche Laien, vermutet Netz, aussteigen werden. Michalizynas Beiträge wiederum sind leider nicht allzu gut redigiert worden, neben Flüchtigkeitsfehlern moniert die Rezensentin auch eine gewisse Textlastigkeit, die nur gelegentlich durch Illustrationen aufgelockert wird. Insgesamt ist das ursprünglich 2019 verfasste und seither mit zwei Vorworten zur aktuellen politischen Lage erweiterte Buch also kein reines Lesevergnügen; gleichwohl kann man viel aus ihm lernen, schließt die ambivalente Besprechung, auch als Erwachsener.
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