Solvej Balle

Über die Berechnung des Rauminhalts IV

Roman
Cover: Über die Berechnung des Rauminhalts IV
Matthes und Seitz, Berlin 2025
ISBN 9783751810401
Gebunden, 184 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Dänischen von Peter Urban-Halle. Die Zahl derer, die im 18. November feststecken, wird immer größer. Tara Selter wohnt mit einer Handvoll Zeitgefangener in einer Villa in Bremen, doch beinahe täglich klopfen neue Menschen an die Tür. Langsam wird klar, dass es weltweit viel mehr Personen gibt, die nicht am 19. aufwachen, als zunächst angenommen. Weitere Gruppen bestehen in Osnabrück, aber auch in Lüttich, Lugano und Lyon. Die regelmäßigen Treffen der Bremer Runde werden genutzt, um eine gemeinsame Sprache zu entwickeln, in der sich alle über ihre außergewöhnliche Lage austauschen können. Denn hat es Sinn, in einer Zeit, die keine Jahre und Jahreszeiten kennt, von Wochen und Monaten zu sprechen? Und wie sollten sie sich selbst nennen, wie die anderen? Loopers und noopers, tracers und erasers? Doch mit dem steten Zustrom von Neuankömmlingen werden die Diskussionen um linguistische Spitzfindigkeiten bald verdrängt durch ethische Fragen, die die Bewohner und ihre zahlreichen Besucher umtreiben: Gilt es, die Gelegenheit beim Schopf zu packen, um tägliche Tragödien in der Welt zu verhindern, oder sich den Risiken des eigenen Älterwerdens zu widmen? Es ist nicht nur die Verletzbarkeit von Tara und ihren Freunden, die Sorgen bereitet, sondern auch die Gefahr, die von ihnen ausgeht - denn im Gegensatz zum Handeln der anderen, deren Tag stets von Neuem beginnt, bleibt das ihre nicht ohne Folgen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 05.02.2026

Solvej Balles auf sieben Teile angelegtes Romanprojekt handelt von einer Frau, die jeden Tag aufs Neue den 18. November erlebt, nun ist Band vier erschienen, freut sich Rezensent Carsten Hueck. Hier geht es nun nicht mehr nur um die Protagonistin Tara, erfahren wir, bereits im Vorgängerband hat sie andere Menschen kennengelernt, die ebenfalls in der Zeitschleife feststecken. Sie sind nun wichtiger Teil ihres Lebens, so Hueck, allerdings altern jene im Laufe der Zeit, während Tara herausdfinden muss, wie sie ihr Erleben festhalten kann. Dabei begegnet der Kritiker in dem Buch trotz der ungewöhnlichen Situation immer wieder Fragen auf, die auch viel mit uns zu tun haben: Etwa mit unserem Umgang mit begrenzten Ressourcen oder mit den Werten und Lebenseinstellungen, für die wir uns entscheiden. Noch sind sie nicht abschließend beantwortet, Hueck ist gespannt auf die noch kommenden Bände.

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