Simone Dietz

Die Kunst des Lügens

Eine sprachliche Fähigkeit und ihr moralischer Wert
Cover: Die Kunst des Lügens
Rowohlt Verlag, Reinbek 2003
ISBN 9783499556524
Kartoniert, 174 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Dieses Buch prüft die Argumente, die gegen das Lügen sprechen, und kommt zu dem Ergebnis, daß eine prinzipielle Verurteilung des Lügens nicht zu rechtfertigen ist. "An sich" ist das Lügen vielmehr eine bemerkenswerte sprachliche Fähigkeit, die in vielen Situationen von Wert ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.11.2003

Thomas Schramme nimmt mit einer gewissen Erleichterung zur Kenntnis, dass das "generelle Lügenverbot auf tönernen Füßen" steht. Er rechnet es der Autorin Simone Dietz als Verdienst an, in ihrem Buch über das Lügen dezidiert nachgewiesen zu haben, dass das Lügen mitunter durchaus seine Berechtigung hat oder zumindest nicht in jedem Fall zu verdammen ist. Die Düsseldorfer Professorin für Philosophie befasse sich mit drei Hauptargumenten gegen das Lügen und könne plausibel darlegen, dass es vor allem vom "Kontext" abhängt, ob das Lügen als unmoralisch gelten muss oder nicht, fasst der Rezensent zusammen. Eine sehr nützliche "Apologie des Lügens", freut sich Schramm, der das Buch als "überzeugend" und dabei auch noch als "unterhaltsam" preist. Er sieht sich nun endlich mit den richtigen "Argumenten ausgestattet", das, was im Alltagsleben schon von jeher praktiziert wird, nämlich im gebotenen Fall auch mal die Unwahrheit sagen, auch mit philosophischer Rückendeckung zu vertreten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.11.2003

Manfred Geier würdigt es als besondere "Leistung" der Autorin Simone Dietz, dass sie sich in ihrem Buch über das Lügen sowohl philosophisch fundiert als auch durchaus lebenspraktisch der allzu menschlichen Fähigkeit des Lügens annimmt. Dietz prüfe in ihrer "klugen Untersuchung" sorgsam die Argumente der Philosophie, die jegliches Lügen als unmoralisch verdammt, wobei sich zeige, dass sie der Kritik der Autorin nicht "standhalten" können, so der Rezensent zustimmend. Er zeigt sich von den Darlegungen der Autorin voll und ganz überzeugt, wenn sie argumentiert, dass das philosophisch-moralische Problem des Lügens immer nur nach dem "jeweiligen Fall" beurteilt werden kann, und er preist es als besonderes "Verdienst von Dietz, "prinzipielle Begründungen und lebensnahe Anschauungen" gelungen miteinander verbunden zu haben.
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