Aus dem Japanischen von Ruth Linhart. Shusaku Endo, ein japanischer Katholik, erzählt die Geschichte zweier portugiesischer Missionare, die im siebzehnten Jahrhundert in Japan versuchen, die dortige unterdrückte christliche Bewegung zu unterstützen. 1638 bricht Pater Sebastião Rodrigues nach Japan auf, um der Wahrheit hinter den undenkbaren Gerüchten, dass sein berühmter Lehrer Ferreira seinem Glauben abgeschworen habe, nachzugehen. Nach seiner Ankunft erlebt er die brutale und unmenschliche Verfolgung der Christen. Angesichts der Ereignisse in einer Gesellschaft, die keine Toleranz kennt und in der der Tod an der Tagesordung ist, stellt der Autor die immerwährende Frage: Wie kann Gott zu all dem schweigen?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.06.2016
In jedem Fall freut sich Leopold Federmair über die deutsche Neuübersetzung von Shusaku Endos Roman aus dem Japan des siebzehnten Jahrhunderts. Ganz einverstanden ist der Kritiker zwar nicht mit einigen Thesen, die Blutvergießen, Folter und seelische Qualen heilsgeschichtlich rechtfertigen. Auch mit dem ständigen Registerwechsel ist der Rezensent nicht zufrieden. Dennoch hat er diese "japanische Theodizee", die das Leiden portugiesischer und japanischer Christen unter der Christenverfolgung schildert, gebannt gelesen. Darüber hinaus attestiert Federmair dem Autor ein gutes Gespür für den Rhythmus und die Komposition seines Romans.
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