Herausgegeben von medica mondiale e.V. Dieses Handbuch bietet Informationen über das Auftreten und die Formen von sexualisierter Gewalt in Kriegs- und Krisengebieten, beschreibt die sozialen und psychischen Folgen für Frauen und Mädchen im kulturellen Kontext und geht auch auf die problematische rechtliche Situation der Betroffenen als Asylbewerberinnen oder Zeuginnen in Gerichtsprozessen ein. Darüber hinaus werden fachübergreifende Ansätze zur interdisziplinären Unterstützung betroffener Frauen vor Ort vorgestellt. In einem praxisorientierten Teil des Handbuchs werden konkrete Hinweise gegeben zum Umgang mit sexualisierter Gewalt und Trauma in verschiedenen Arbeitsfeldern, wie Gynäkologie und Geburtshilfe, psychosoziale Arbeit und Therapie, Gesundheitsversorgung, Rechtsberatung und Gerichtspraxis.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.06.2004
Wer dieses Buch gelesen hat, wird nicht mehr glauben, dass die Misshandlungen irakischer Kriegsgefangener ein besonderer Fall wären. Dieses Handbuch stellt in aller Ausführlichkeit, ganz nüchtern mit Zahlen, Fakten und Berichten internationaler Organisationen dar, wie üblich die Gewalt (hier: gegen Frauen) in und auch und gerade nach dem Ende von Kriegen in (ehemaligen) Kriegsgebieten ist. Und im historischen Teil wird klar, dass dieses Phänomen alles andere als eine neue Erscheinung ist. Interessanter aber findet die Rezensentin Nino Ketschagmadse die Berichte aus jüngeren Kriegen. Man erhält Informationen zu Eingriffsmöglichkeiten, zur aktuellen rechtlichen Situation, zur Gynäkologie wie zur gern verschwiegenen Tatsache, dass auch das eigentlich zur Zivilisierung in die entsprechenden Gebiete geschickte Personal internationaler Organisationen, auch der UN, sich gelegentlich keinen Deut weniger kriminell verhält als die kriegsverbrecherischen Soldaten.
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