Aus dem mexikanischen Spanisch von Ulrich Kunzmann. Sergio Pitol sieht in "Die Kunst der Flucht" sein wichtigstes Buch. Es ist die freudige und reflektierende Summe seines Lebens, seiner Reisen und Lektüren; ein Lebens-Buch, vergleichbar den Erinnerungsbüchern Elias Canettis. Die "Kunst der Flucht" ist aber auch ein inniges Bekenntnis zur europäischen Kultur,ein Buch über den exzessiven Zusammenhang von Leben und Schreiben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.04.2008
Sehr angetan zeigt sich Rezensent Hans-Peter Kunisch von der unaufdringlichen Mischung aus altmodischer Bildung und Witz, Offenheit und Bescheidenheit dieses Buchs, dessen Texte er in der Summe auch als eine Art "Autobiografie eines Wörternarren" gelesen hat, und das ihn besonders durch seine Leichtigkeit beeindruckt hat. Auch liefert ihm das Buch Erkenntnisse über die Quellen und Ausgangslagen von Sergio Pitols Literatur. Und Erkenntnisse über die schwierigen Ausgangsbedingungen dieses mexikanischen Autors, den er heute als Weltbürger begreift, der aus ärmlichen Verhältnissen stammt. Zwar kommen Kunisch die autobiografischen Texte dieses Bandes mitunter eine Spur zu ausgeruht daher. Doch meist finden die unterschiedlichen Schilderungen von Reise- und Leseerlebnissen am Ende noch einen interessanten Dreh und beeindruckt Pitol den Rezensenten, weil Ereignisse wie die Unruhen von Chiapas für ihn ebenso Thema wie Anton Tschechows Anleitung zum Schreiben sind.
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