Herr Eichhorn ist dieses Jahr wild entschlossen, nicht einzuschlafen, bevor die erste Schneeflocke vom Himmel gefallen ist. Denn er will unbedingt einmal selbst erleben, wie wunderschön der Winter ist. Aber der Winter lässt sich Zeit - Das Warten auf etwas, das man nicht kennt, ist jedoch eine recht mühsame Angelegenheit. Was Herr Eichhorn und seine Freunde erleben, bevor sie endlich die erste Schneeflocke gefunden haben, erzählt Sebastian Meschenmoser in unvergleichlicher Weise.
Konrad Heidkamp ist von diesem Buch schlichtweg begeistert. Es erzählt von Eichhorn, das den Winter immer verschläft und deshalb noch nie Schnee gesehen hat. Und weil ihm der Bock in einem Sommer von der Schönheit des weißen Winters erzählt hat, beschließt das Eichhorn wachzubleiben. Mit von der Partie sind der Igel und der Bär, die sich schließlich auch auf die Suche nach den Schneeflocken machen: Weiß, weich, nass und kalt sollen sie sein. Zahnbürste und Blechbüchsen finden sie im Wald, lassen sie aber nicht als Schnee durchgehen. Es wird schließlich eine nasse Socke, die als erste Winterflocke erkannt wird. Enttäuscht vom Schnee, aber mit sich im Einklang legen sich die Tiere schlafen - dafür lohnt sich das Wachbleiben nicht. Heidkamp findet dieses - eigentlich recht traurig klingende - Ende "einfach zu schön", wobei er den Strich von Sebastian Meschenmoser "altmeisterlich" nennt, und den in seinem Buch aufgeworfenen Fragen philosophische Höhe attestiert.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…