Hedgefonds sind wie Heuschrecken: Wo sie auftauchen, bleibt nichts mehr übrig. Keine Firma, wie sie war, kein Mitarbeiter an seinem Platz, kein Geld auf dem Konto der ursprünglichen Besitzer. So die landläufige Meinung oder manch einschlägige Erfahrung. Der Ruf von Hedgefonds könnte also besser sein. Höchste Zeit, sich einmal objektiv und vorurteilsfrei mit den Aktivitäten, der Arbeitsweise und der Anlageform der Hedgefonds prinzipiell auseinanderzusetzen. Diese Arbeit leistet Sebastian Mallaby mit seinem Buch. Darin zeigt er anschaulich und detailliert, was hinter den Allmachtsfantasien steckt. Der Aktionsradius von Hedgefonds ist schier grenzenlos und ein Produkt der Liberalisierung der Märkte. Hedgefonds suchen global nach Anlagemöglichkeiten mit hohen Renditen und verfolgen konsequent das Verwertungsinteresse ihrer Anleger. Dabei gehen sie immer größere Risiken ein und spekulieren grenzenlos mit Leerverkäufen und dem Einsatz von Fremdkapital. Gigantische Gewinne und Riesenverluste sind gleichermaßen möglich, so lange, bis der Aktionsradius von Hedgefonds tatsächlich reguliert wird. Eine Option, von der bislang nicht Gebrauch gemacht wird. Nur: Wer hat ein Interesse daran, dass sich nichts ändert?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2011
Solides Wissen über Hedgefonds scheint Rezensent Gerald Braunberger gerade in Deutschland kaum verbreitet. Das fördert in seinen Augen die Bildung von Verschwörungstheorien. Um so erfreuter zeigt er sich von Sebastian Mallabys Buch "Mehr Geld als Gott", das die Welt der Hedgefonds und ihrer Bewohner lebendig schildert. Er attestiert dem Wirtschaftsjournalisten Mallaby, das Thema höchst kenntnisreich und als eine spannende Geschichte von Triumphen und Niederlagen aufgearbeitet zu haben. Dank der zahlreichen Gespräche mit Hedgefonds-Managern erhält der Leser zu seiner Freude einen exzellenten Einblick in deren Welt. Wer sich wirklich für Hedgefonds und nicht für Verschwörungstheorien interessiert, dem kann Braunberger dieses Buch nur ans Herz legen.
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